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Auf nach Perth

Am Morgen des 11. Februars beschlossen wir, heute doch direkt nach Perth zu fahren. Perth liegt knapp 20 Kilometer entfernt vom Hafen in Fremantle, wo wir “Kumpel” hoffentlich bald wieder in Empfang nehmen. Also haben wir zusammengepackt und uns in unseren Mietwagen geschwungen.

Nach rund 150 Kilometern Fahrt haben wir einen kleinen Stop in Northampton eingelegt. Der Ortskern von Northampton sah wie auf alten Fotos aus. Teilweise noch so ursprünglich wie 1860, zumindest kam es uns so vor. Innerhalb des Ortskerns standen überall bunte Schafe verteilt. Ein nettes Fotomotiv.

Lange haben wir uns nicht aufgehalten, denn immerhin hatten wir heute noch über 450 Kilometer Strecke vor uns. Dabei kam es zu einer besonderen Begegnung mit der Highway Patrol. Beim Überholvorgang eines Roadtrucks war unser Auto wohl doch etwas zu schnell unterwegs. Das entgegenkommende Highway Patrol Fahrzeug ließ seine ganzen Lichter in blau, rot und weiß aufleuchten, als wir aneinander vorbei fuhren. Im Rückspiegel konnten wir die Aktion verfolgen. Wir hielten auf dem Seitenstreifen und warteten auf den Offizier, der ziemlich schnell bei uns war. Er bemerkte, dass wir wohl etwas zu schnell unterwegs waren. Wir wurden gebeten auszusteigen. Gesagt, getan. Wir zeigten Mannis Führerschein, die Fahrzeugpapiere und den Automietvertrag. Der zweite Offizier ließ Manni dann in den Alkoholtest pusten. Das wird in Australien bei jeder Kontrolle gemacht. Nach Prüfung der Papiere wurde dann das “Ticket” präsentiert: 200 AU$. Es kam dann noch ein Hinweis, ob man zahlt oder nicht, müsse jeder selber Wissen. Wir werden sehen.

Wir fuhren in gemäßigterem Tempo nach Perth. Unser Aufenthaltsort für die nächsten Tage. Wie lange genau, wissen wir nicht. Das hängt davon ab wann “Kumpel” auch den roten Kontinent erreicht. Vorerst haben wir uns in einem Privathaus eingemietet. Das Haus heißt: „Nkazi White House”, und es ist wirklich Außen wie Innen sehr weiß. Wir füllten den Kühlschrank mit Einkäufen und machten es uns gemütlich. 

Der Hafen von Fremantle

Am nächsten Morgen haben wir uns ein bisschen eingerichtet. Wir werden hier ja etwas länger bleiben. Dann haben wir unseren Mietwagen von innen gesäubert. Nach dem Frühstück haben wir über schiffsradar.net geschaut, wo “Kumpel” derzeit schippert. Leider mussten wir dann feststellen, dass das Schiff noch nicht richtig weit gekommen war. Das Schiff heißt “Positiv Star” und ist ein Frachtschiff, das unter der Flagge von Panama fährt. Geplant war, dass wir “Kumpel” am 16. Februar in Fremantle begrüßen sollten. Eine Rückfrage ergab dann allerdings, dass das Schiff bis jetzt zwei Tage Verspätung hatte. Mal warten wie lange es dann wirklich noch dauert. 

Daraufhin beschlossen wir, das Mietauto auch noch etwas zu behalten. Um die Miete zu verlängern, und um unsere restlichen Währungen, die sich angesammelt hatten, umzutauschen, fuhren wir zum Flughafen nach Perth. Ein ruhiger, moderner Flughafen. Unser Anliegen konnten wir problemlos erledigen. Jetzt waren wir vier weitere Tage mobil.

Da wir eh unterwegs waren, machten wir noch einen Abstecher in den Hafen von Fremantle. Ja, irgendwie hatten wir doch Sehnsucht nach “Kumpel”. Wir besichtigten zunächst das weitläufige Hafengelände. Ein Hafenarbeiter der uns sah, fragte, ob er helfen könne. Wir erzählten ihm, warum wir hier waren und er zeigte uns den Hafenbereich wo die RoRo-Schiffe ankommen. Bei dieser Art von Schiffen wird die Ladung auf, beziehungsweise vom Schiff gefahren (Roll on – Roll off). So konnten wir uns ein erstes Bild machen. Natürlich war der Bereich Zoll- und Sicherheitstechnisch abgeriegelt aber wir konnten durch einen Eisengitterzaun linsen. Wir sahen dann auch ein ähnliches Schiff, das mit “KUMPEL” gerade unterwegs war.  Immerhin sind wir für den Ernstfall gewappnet und wissen genau, wo “Kumpel” ankommen wird. 

Den Abend verbrachten wir dann bei Pizza und kalten Getränken. Über den im Wohnzimmer befindlichen großen TV-Screen sahen wir uns einen Film an. Ein großer Fernseher ist für angehende Senioren doch empfehlenswert. So ging dieser Tag entspannt zu Ende.

Perth und seine Perthites

Tags darauf stand die Besichtigung von Perth an. Perth ist die Hauptstadt des Bundesstaats Western Australia und hat rund 1.700.000 Einwohner. Die Stadt liegt an der australischen Südwestküste an der Mündung des Swan River. Wir sind mit der Citybahn in die Innenstadt gefahren und haben uns zunächst etwas umgeschaut. Lebenswert, so wird Perth oft bezeichnet. Unter einem nahezu dauerhaft blauen Himmel entfaltet sich das Leben in einem angenehmen Tempo. Es gibt herrliche Strände, globale Restaurants, kleinen Szene-Bars, Straßenkunst und vieles mehr. Frei vom Druck der Überlastung, der Umweltverschmutzung und der Bevölkerung in Sydney, Brisbane oder Melbourne, sind Perth und die benachbarte Hafenstadt Fremantle unkompliziert, uneingeschränkt und lebendig. Es wird gesagt, dass Perth die isolierteste Stadt ihrer Größe ist, aber genau diese Abgeschiedenheit fördert wohl ein nach außen gerichtetes Weltbild. Anstatt in den Urlaub nach Osten zu fahren, reisen Einheimische nach Bali, auf die Malediven, nach Singapur oder Sri Lanka. Einzig der nicht ganz so schöne und eher geologisch klingende Spitzname „Perthites“ für die Einheimischen ein kleiner Negativpunkt.

Wir ließen uns durch die Stadt treiben und genossen den einen oder anderen Service. Auch ein Zahnarztbesuch seitens Carsten stand auf dem Programm. Am späten Nachmittag schlossen wir uns dann den „Perthites“ an. Wir gönnten uns ein Kaltgetränk im Pub. Dann traten wir die Rückfahrt nach “Hause” an.

Eine große Überraschung 

Der Tag startete mit einer großen Überraschung, die sich per WhatApp ankündigte: Ein Überraschungsbesuch aus der Heimat! Silke, Carstens kleine Schwester, war vor Ort in Fremantle, um uns zu besuchen. Damit hatte keiner gerechnet. Die Freude war groß! Am späteren Vormittag trafen wir uns und verbrachten gemeinsam den Tag.
Zunächst ging es nach Araluen, einem botanischen Garten. Dieser entstand um das Jahr 1860. Der Araluen Botanic Park liegt nur 35 km vom zentralen Geschäftsviertel von Perth entfernt in Roleystone. Wir erkundeten den versteckten Garten von Perth mit einem Rundgang. Der in ein einzigartiges, bewaldetes Tal eingebettete Park ist ein ganz besonderer Ort. Er umfasst einen beschaulichen botanischen Garten mit sowohl unberührter als auch gepflegter Schönheit. Es gibt ausreichend Rasenbereiche zum Grillen oder Picknicken und viele Möglichkeiten für herrliche Wanderungen. Es wurden wunderschöne Gärten mit exotischen aber auch einheimischen Arten geschaffen. Wir haben den Spaziergang sehr genossen und viele gute Gespräche geführt.

Am späten Nachmittag waren wir dann einkaufen. Zum Abendessen gab es ein leckeres Curry, das wir gemeinsam gekocht hatten. Natürlich haben wir auch den Abwasch zusammen erledigt. Wir hatten einen wirklich schönen Abend.

Penguin Island

Der erste Blick, noch vor dem Frühstück galt schiffsradar.net. Wo war “Kumpel”? Die Position zeigte uns, dass das Schiff den Hafen von Jakarta bereits verlassen hatte. Jetzt war es auf dem Weg in den offenen Indischen Ozean. Mit 15 Knoten, rund 27,78 km/h hatte es Kurs auf Fremantle genommen.

Nach einem gemeinsamen Frühstück, haben wir uns beraten. Unser Ergebnis, wir machen einen Tagesausflug nach Rockingham zur Penguin Island. Penguin Island ist eine rund 840 Meter lange Insel im indischen Ozean. Sie liegt knapp 800 Meter vor der australischen Westküste bei Rockingham und 50 Kilometer südlich von Perth. Auf dem Weg dorthin haben noch den einen oder anderen Stopp gemacht. Unter anderem einen Spaziergang entlang der schönen Küste von Cape Peron. Des Weiteren erkundeten wir den Shoalwater Islands Marine Park. Das Wasser rund um Cape Peron ist übersät von zahlreichen Riffen. Point Peron und Mushroom Rocks sind interessante Schnorchel- und Angelplätze. Das Nord- und Südende des Strandes von Long Reach ist sanft abfallend und sandig. Eine beeindruckende Landschaft, die wir sehr genossen haben. 

Weiter ging es Richtung Penguin Island. Nach einer kleinen Stärkung beobachteten wir einige weiße Kakadus. Dann fuhren wir auf die Insel. Eine 5-minütige Fahrt mit der Fähre über die wunderschöne Shoalwater Bay genügte, um die kleinsten Pinguine der Welt zu treffen. Wir nahmen uns Zeit, die Pinguine zu betrachten, Naturpfade zu erkunden und etwas zu entspannen. Wir genossen einfach dieses wunderschöne Naturschutzgebiet und hatten einen spektakulären Blick auf den Meerespark. Es gab eine große Kolonie von Pelikanen und viele andere Seevögel, die wir aus nächster Nähe anschauen konnten. Ein weiterer toller Tag an der Westküste Australiens neigte sich dem Ende zu. 

Oldtimer statt “Kumpel”

Der 16. Februar war am Anfang für “Kumpels” Ankunft in Fremantle angesagt worden. Heute war der 16.2. aber “Kumpel” noch auf dem Ozean unterwegs. Dort wird er wohl auch noch bis zum 19. Februar sein. Trotzdem fuhren wir an diesem Sonntag in den Hafen von Fremantle. Fremantle dient als Hafenstadt für Perth, an der Mündung des Swan River gelegen. Am „South Mole Lighthouse“ haben wir zunächst Ausschau nach „Kumpel“ gehalten. Besser gesagt, nach dem Schiff “Positive Star”, auf dem “Kumpel” unterwegs ist. 
Dann sahen wir im Hafengebiet ein Treffen von Oldtimern, die glänzend herausgeputzt waren. Hier haben wir dann die Blicke über Chrome, Lack und Motoren schweifen lassen und die alten Modelle bestaunt.

Im Anschluss sind wir zum Kings Park gefahren. In der Gegend leben an die 7 Prozent der australischen Bevölkerung. Der Kings Park ist einer der größten und schönsten innerstädtischen Parks der Welt. Er ist reich an Geschichte der Aborigines und Europas zeitgenössischer Kultur und bietet innovatives Design. Der Park hat einen internationalen Ruf für wissenschaftliche Forschung, führenden Gartenbau, Naturschutz und öffentliche Bildung. In Kings Park befindet sich der spektakulärste botanische Garten Westaustraliens, in dem über 3.000 Arten der einzigartigen Flora des Staates ausgestellt sind. Zwei Drittel des 400 Hektar großen Parks sind als Buschland geschützt und bieten ein Paradies für einheimische biologische Vielfalt. Wir konnten atemberaubenden Blicke auf die Skyline der Stadt und die Darling Ranges im Osten genießen. Entspannung pur.

Leider war es mit der Entspannung vorbei, als wir mit unserem Mietwagen zurück zur Unterkunft fahren wollten. Es ging plötzlich nichts mehr! Wir hatten leider das Licht nicht ausgemacht und so hatte die Batterie wohl gelitten. Mehrere hilfsbereite Australier kamen mit Starterkabel. Mit einer Überbrückung sollte unser Problem ja schnell gelöst sein. Aber leider funktionierte es nicht. Zwei von einander unabhängige Helfer meinten dann: „It´s not the Battery – it´s the Starting-Maschine“. Wir kontaktierten die Autovermietung. Innerhalb der nächsten zwei Stunden sollte der RAC, die „Gelben Engel“ aus Down Under, zur Hilfe kommen. 

Nach einer Dreiviertelstunde erhielten wir einen Rückruf vom RAC, der Helfer wird innerhalb der nächsten 20 Minuten vor Ort sein. Und dann war er da, ein Profi, der nach Erfassung der Daten, einen kleinen schwarzen Kasten zur Hand nahm und “Saft” gab. Unser Wagen sprang sofort wieder an. Er meinte, dass mit den Überbrückungskabeln wahrscheinlich zu wenig Energie bei der Batterie angekommen war. Das könnte wohl am langen Kabel liegen. Egal, Hauptsache es lief wieder bei uns! Wir fuhren ein bisschen durch die Gegend um die Batterie wieder aufzuladen und traten die Heimfahrt an.

Ausflug nach „Rotto“

Um die Wartezeit auf KUMPEL zu verkürzen, haben wir uns am darauffolgenden Tag für einen Ausflug nach „Rottnest Island” entschieden. Das ist eine Insel vor Fremantle und wird von den Einheimischen liebevoll „Rotto“ genannt. Von Fremantle aus fuhren wir eine gute halbe Stunde mit der Fähre auf die Insel. Viele Reisende kommen nur für einen Tag hierher, so wie wir auch. Man könnte sich aber auch mehr Zeit nehmen, um die richtige Entspannung zu finden.
Mit einer leicht fordernden Radtour, immer wieder rauf und runter, erkundeten wir die Insel. Es gibt über 60 Sandstrände mit transparentem, türkisfarbenem Wasser zum Tauchen und Surfen. Vom durchaus sehenswerten Leuchtturm, hat man einen guten Ausblick auf die gesamte Insel. „Rotto“ ist auch die Heimat des „glücklichsten Tieres der Welt“, des lächelnden Quokka. Quokkas sind eine kleine Känguru-Art, von denen es nach Schätzungen nur noch 6.000 bis 8.000 Exemplare gibt. Die Quokkas leben nur in Westaustralien, die Hälfte von ihnen ist auf Rottnest Island zu Hause. Sie leben in kleinen Gruppen und man sieht sie oft am Straßenrand. Rottnest Island ist für seine hohen Naturschutz- und Gemeinschaftswerte bekannt, alle Pflanzen und Tiere dort sind gesetzlich geschützt.

Wir verbrachten also einen schönen, sonnigen Tag auf der Insel. Wir hätten auch gut noch einige Tage bleiben können. Für uns ging es aber wieder zurück zu unserer Unterkunft und wir waren gespannt, was der morgige Tag bringen würde.

Helfen, immer gerne

Wir starteten entspannt in den neuen Tag. Es mussten mal wieder einige administrative Aufgaben erledigt werden. Erneut haben wir unseren Mietwagen verlängert, in der Hoffnung, dass das letzte Mal war.
Und da gab es da noch eine Aufgabe die uns sehr berührt hat. Es geht um eine junge Frau aus Norddeutschland, die hier in Australien vor kurzem, tödlich verunglückt war. Die Mutter hatte über eine sehr gute Bekannte von Carsten anfragen lassen, ob wir aus der ehemaligen Wohngemeinschaft einige Erinnerungsstücke mit “Kumpel” zurück nach Deutschland bringen könnten. Natürlich helfen wir. Dieses Schicksal kann jeden Treffen. Und mit wenig Aufwand können wir hier helfen und der Mutter vielleicht etwas Trost bringen, den die Erinnerung an ihre Tochter geben kann. Also haben wir die Sachen abgeholt.

Dann haben wir uns noch um einige Dokumente gekümmert, die wir unabdingbar brauchen werden, um “Kumpel” abzuholen. Morgen soll das Schiff einlaufen. Wir hoffen, dass dann alles wie geplant läuft. Natürlich werden wir vom Wiedersehen und der Tour durch Australien, an die Ostküste, weiter berichten. 

Bis bald, dann mit “Kumpel”!
Euer Carsten und Euer Manni

Weiter an der Küste entlang

Ein neuer Tag begann und wieder waren Temperaturen von über 40 Grad angesagt. Also sind wir früh aus Karratha los und in die Richtung der Region Ningaloo nach Exmouth aufgebrochen. An die 570 Kilometer wollten wir heute zurücklegen. Wir fuhren durch weites Steppenland und dann wieder durch eine fast wüstenartige Landschaft. Was uns beiden seit Tagen auf den Senkel ging, sind die unendlich vielen Fliegen. Sobald man das Auto verlässt, sind sie in Scharen da. Carsten war nur noch mit Fliegenschutz zu sehen. Ein Grund für die vielen Tierchen ist die Wet Season. Das ist die von November bis April dauernde Regenzeit im tropischen Norden. Unterwegs schossen wir einige Fotos von den großen Termitenhügeln.

In Exmouth angekommen, steuerten wir zunächst wieder das Visitor-Center an. Zuerst lernten wir, dass Exmouth „EX-MOUTH“ ausgesprochen wird – ohne den Vokalton zu verkürzen. Exmouth ist eine kleine Stadt mit etwa 2.500 Einwohnern. In der viermonatigen Touristen-Saison vervielfacht sich die Bevölkerung. Es gab Supermärkte, Cafés, Tauchshops und einige weitere Geschäfte und Services für Touristen. Das Städtchen ist umgeben von endlosen Stränden, Nationalparks und trockener Schönheit. Man wird immer einen Strandabschnitt oder ein Riff finden, an dem man für sich alleine ist. Sogar in der Hochsaison soll Exmouth noch eine verschlafene Kleinstadtatmosphäre haben.

Wir hatten eine Unterkunft im „Exmouth Cape Holiday Park“ reserviert, die im „BlueReef-Backpackers“ besonders praktische und preiswerte Unterkünfte anbieten. Und das stimmte. Es war kompakt, sauber und für Traveler sehr gut geeignet. Am Nachmittag haben wir uns dann den kleinen Ort und die Einkaufsmöglichkeiten angeschaut. Da wir in der Nebensaison hier waren, hatten viele der Geschäfte geschlossen. Wir haben noch einen kleinen Spaziergang an den örtlichen Strand und den Hafen gemacht und haben den Tag mit einem Rundgang über unser Parkgelände, vorbei an Stellplätzen für Camper aller Art, abgeschlossen. Und wir haben an Kumpel gedacht.

Ningaloo Coast – World Heritage Area

Den nächsten Tag widmeten wir uns der Ningaloo Coast – World Heritage Area. Wir hatten einige Tipps bekommen, wo es sich sehr gut schnorcheln lässt. Dazu fuhren wir rund 30 Kilometer weiter in das Nationalpark Gebiet. Hier wurde dann Eintrittsgeld erhoben, was wir am Automaten entrichteten. Kaum waren wir 200 Meter gefahren, fragte Carsten: “Wo ist mein Handy?”. Wir hielten also erst einmal an, um zu schauen, ob es irgendwie an die Seite gefallen ist. Wenige Sekunden später war, mitten in dieser Einöde, ein Polizei Fahrzeug mit Blau- und Rotlicht hinter uns. Carsten hatte derweil sein Handy, was neben den Fahrersitz gefallen war, wiedergefunden. Die Polizisten wollten von Carsten den NP-Coupon und seinen Führerschein sehen. Wir wurden gefragt, warum wir hier gehalten hatten. Der Coupon und die Frage waren für uns kein Problem. Tja, aber der Führerschein, der  schipperte nämlich in “Kumpel” auf dem Ozean. Carsten zeigte der Polizei nicht etwa seine Kopie, sondern auf seinem Handy eine Ablichtung vom Original. Damit waren die Polizisten zufrieden und Carsten war stolz, was mit der digitalen Welt so alles funktioniert. Wir fuhren weiter zu unserer ersten Empfehlung, dem Lake Side Beach. Das Wasser ist hier türkisblau und der Sand ist fast weiß. Wir hatten Equipment zum Schnorcheln ausgeliehen und stürzten uns in die Fluten. Wir mussten nicht weit ins Wasser, um die Korallenbänke mit vielen bunten Fischen aller möglichen Größen zu sehen.

Wir klapperten noch drei weitere Empfehlungen ab: Oyster Stacks, Turquoise Bay und Osprey Bay. An den Stränden war es zwar „nur“ 32 Grad warm, aber wir mussten sehr aufpassen, dass wir uns keinen Sonnenbrand holten. Zum Abschluss unserer Beach-Tour ging es zum „Lighthouse“, wo zwei Kängurus auf uns warteten. Das war ein erholsamer Tag an den schönen Stränden der Exmouth Coast. Der nächste Küstenabschnitt wartet bereits morgen auf uns.

Weißer Sandstrand und türkisblaues Wasser

Als wir am nächsten Tag in Coral Bay ankamen, wurden wir von einem wunderschönen Strand überrascht. Wir hielten an und es war sofort Schwimmen angesagt. Überall türkisblaues Wasser und feinster weißer Sandstrand.
Coral Bay ist eine kleine Siedlung, die durch das Ningaloo-Riff vor dem Indischen Ozean geschützt liegt. Es ist Australiens einziges Saumriff. Im Gegensatz zu anderen Standorten, beginnt die Koralle hier direkt am Wasser. Die Fische und die Koralle sind für alle zugänglich, auch für kleine Kinder. Fische und Korallen können entweder beim Schnorcheln oder auf einem der Coral-Viewing-Boote beobachtet werden. Coral Bay liegt etwa 50 Kilometer nördlich des Tropengebiets von Capricorn und etwa 140 Kilometer südlich von Exmouth in Westaustralien. Es gibt mehrere Resorts und Caravan Parks sowie rund 20 Häuser. Coral Bay zählt zu einem beliebten Urlaubsziel für Westaustralier und einigen Übersee-Rucksack-Touristen.

Nach unserem ersten Bad im Ozean, gönnten wir uns ein üppiges zweites Frühstück. Man weiß ja nie, was noch kommt. Auf einem kleinen Spaziergang trafen wir auf deutsche Wohnmobil-Touristen. Sie verbringen hier acht Wochen. Wir haben uns ausgetauscht und ein paar Fotos gemacht. Wir als „Beach Boys”.

Dann ging es weiter nach Carnarvon, unserem heutigen Tagesziel. Wir hatten eine Unterkunft über Booking gebucht. Diese hatte eine Toplage direkt am Ozean, aber das war auch alles, was top war. Wir stornierten noch vor der Unterkunft. Wir fanden dann über Airbnb Ersatz im Ort. Etwas anders als normal, aber kreativ und ansprechend. Wir nutzten dann die Möglichkeit, wieder einmal selber zu kochen und noch einige administrative Dinge zu erledigen. Da für die Westküste ein Zyklon in Anmarsch war, waren wir gespannt, ob wir von dem Ausläufer noch etwas mitbekommen. Das Zentrum lag in Port Hedland und Karratha, dort, wo wir vor kurzem noch waren.

Shark Bay

Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung zur Shark Bay und dann wollten wir nach Monkey Mia zu den Delphinen. Wir hatten rund 380 Kilometer Weg vor uns.
Die Shark Bay World Heritage Area war 1991 der erste Ort in Westaustralien, der den UNESCO-Status erhielt. Das Gebiet erfüllt vier der zehn erforderlichen Naturkriterien. Das geschützte Gebiet umfasst etwa 23.000 km² und beherbergt ein farbenfrohe und vielfältige Landschaften. Das Gebiet enthält Pflanzenarten, die einzigartig sind und für die Wissenschaft als neu gelten. Des Weiteren leben fünf der 26 gefährdeten australischen Säugetiere sowie 35 Prozent aller australischen Vogelarten hier. In der Shark Bay sind 28 verschiedene Haiarten heimisch.

Unsere Fahrt zu den Delphinen nach Monkey Mia war leider umsonst. Uns wurde geraten am frühen Morgen, gegen 7:45 Uhr vor Ort zu sein.
Da uns die gebotene Unterkunft in Monkey Mia viel zu teuer war, fuhren wir zurück nach Shark Bay. Auf dem Weg dorthin machten wir noch einen Stopp an der Little Laguna. Eine angemessene Unterkunft fanden wir dann auch und haben den Tag dann gemütlich ausklingen lassen.

Delphine hautnah

Wie am Vorabend geplant, ging es Morgens um 7:00 Uhr nach Monkey Mia. Wir wollten bei den Delphinen bei der Fütterung in ihrer natürlichen Umgebung zusehen. An diesem Sonntagmorgen waren wir nicht alleine dort. Mit über 100 Besuchern schauten auch wir der Fütterung der wilden, frei lebenden Delphinen zu. Heute waren sechs Delfine zum “Frühstück” erschienen. Während der Regenzeit ist die Fütterung am Morgen um 7:45 Uhr. Gegen 7:30 Uhr finden sich die Tiere in der Bucht ein. Ob die eine innere Uhr haben?
Die freundliche Gruppe wilder Delphine schwimmt regelmäßig zum Ufer von Monkey Mia. Dort interagieren sie täglich mit Menschen. Es sind frei im Ozean lebende, wilde Tiere. Vier bis sieben von ihnen besuchen täglich die Fütterung. Gelegentlich kommen bis zu 20 andere Delphine. Diese gelegentlichen Besucher bleiben vor der Küste und bevorzugen es, einen sicheren Abstand zum Menschen zu halten. Es kann einige Jahre dauern, bis die Delphine genug Selbstvertrauen haben, um sich näher an die Küste zu wagen. Monkey Mia ist als einer der besten und zuverlässigsten Orte für die Interaktion mit Delfinen. Er ist weltweit bekannt und der einzige Ort in Australien, an dem Delfine nicht nur saisonal, sondern auch täglich zu Besuch sind. Forscher aus der ganzen Welt kommen hierher, um diese faszinierenden Kreaturen zu untersuchen.
Auch wir beide haben dieser, wohl für Touristen eingeführten, Fütterung zugeschaut. Wir waren beide der Meinung, dass dies eine Attraktion ist, die hilft, dieses Projekt und den World Heritage Park und den Wildlife Service Ort zu finanzieren. 
Es war ein tolles Erlebnis die Tiere in freier Wildbahn und doch so nah zu sehen.

Im Anchluss an die Fütterung sind wir dann zurück nach Shark Bay gefahren. Wir haben gepackt und sind in Richtungen Kalbarri National Park gestartet, unserem heutigen Tagesziel. Am Ortsausgang stand einer der wenigen Hitchhiker (Tramper) die wir bis jetzt gesehen hatten. Wir stoppten und fragten den jungen Mann wohin er wollte. “Cable Bay”, war seine Antwort. Unser Angebot, ihn bis zum HWY 1, also rund 130 Kilometer mitzunehmen, kam ihm sehr entgegen. Dort würde er auf mehr Mitfahrgelegenheiten treffen. Während der Fahrt tauschten wir uns dann etwas aus. Andi war ein 27 jähriger Slowake auf seiner zweiten Australienreise. Er war bis jetzt immer als Hitchhiker unterwegs und übernachtete im Zelt oder in einem Hostel. Dieses mal bereist er noch bis April den Norden Australiens. Dann geht es nach Norwegen. Dort wartet ab Ende Mai ein Job als Gärtner auf ihn. Im Anschluß daran will er nach Südamerika. Ein sympathischer junger Mann, der sich durch das ungefähr halbjährliche Wechseln von Travellen und Arbeiten die Welt erschließt. Am Roadhouse wünschten wir uns gegenseitig „gute Weiterreise“. Und die hatten wir. Wir sind gut in Kalbarri angekommen.

Das „Fenster der Natur“

Der nächste Tag begann wieder mit einer Fütterung freier, wilder Tiere. Dieses Mal waren es Pelikane im Kalbarri National Park. Als wir ankamen, waren die Pelikane schon da und warteten auf ihr Futter. Alle Anwesenden wurden gebeten, sich an einige Regeln zu halten, um die Tiere nicht zu stressen. Gesagt, getan! Es war toll mit anzusehen, wie vertraut die Tiere waren. Die Fütterung ist eine schöne Attraktion, die einigen Freiwilligen zu verdanken ist.

Nach der Fütterung fuhren wir ins Visitor-Center und anschließend zum „Fenster der Natur“. Dieser erstaunliche und einzigartige Felsbogen befindet sich im Herzen des Kalbarri-Nationalparks. Das natürliche Felsfenster befindet sich am Rande einer großen Klippe und bietet eine spektakuläre Kulisse, um den Fluss in 150 Metern Tiefe zu betrachten oder zu fotografieren. Das “Fenster der Natur” ist zu einem Wahrzeichen von Kalbarri geworden.
Den Besuchern wird geraten, drei Liter Wasser pro Person dabei zu haben und sich mit einem Fliegennetz auszustatten. Ohne Fliegennetz wären wir niemals losgegangen. Leider war der Abstieg, zum „The Loop“ heute gesperrt. Das war ein acht Kilometer langer Rundwanderweg, den Carsten gerne gegangen wäre, aber er musste umkehren. Hier draußen waren mindestens 10 Grad mehr auf dem Thermometer als im Ort. Das hatte zur Folge, dass Handy und Kamera erstmalig anzeigten, dass das jeweilige Gerät überhitzt war. Das war Premiere auf unserer Reise.

Wir legten eine kleine Pause in unserer schönen, direkt an der Küste gelegenen Wohnung ein. Später ging es dann zur “Natural Bridge”. Der einst widerstandsfähigen Island Rock, der den Kräften des Ozeans nachgab, war Teil der Küste. Heute ist es ein einsamer „Seestapel“, der spektakulär durch das Brechen und Zerfallen der Klippen geformt wurde. Er bietet dem Betrachter einige erstaunliche, prekäre Felsformationen. Die Nationalbrücke ist, wie der Name schon sagt, eine vollständig ausgebildete Kalksteinbrücke, die noch immer an der Küste von Kalbarri befestigt ist. Nur einen kurzen Spaziergang vom Parkplatz entfernt, genossen wir einen atemberaubenden Blick auf die Küste. Anschließend ging es zum “Eagle Rock”. Es ist ein weiteres wertvolles Stück der fantastischen Naturlandschaft entlang der Küste von Kalbarri. Vom Parkplatz aus ist es ein wenig umständlich, über das etwas unwegsames Gelände zum einsamen Strand zu gelangen. Aber die Mühe lohnt sich. Man wird mit einem herrlichen Blick auf das Meer und die zerklüftete Küste sowie auf die roten Gesteinsschichten der Schlucht hinter dem Strand belohnt. Der Strand ist ein wahres Juwel mit wildem Flair. Den Anblick werden wir in Erinnerung behalten.

Am späten Nachmittag kochten wir dann in Gedanken an die Heimat Würstchen, Kartoffelpü und Möhren. Danach machten wir einen Verdauungsspaziergang an der Küste. Die Sonne verabschiedete sich ins Meer und wir konnten noch einige schöne Fotos einfangen.

Morgen geht es weiter und wir werden bald Perth erreichen. Dort werden wir die weitere Zeit verbringen und warten, bis “Kumpel” ankommt. Wahrscheinlich wird das jetzt doch erst am 18.2. sein. Aber man weiß ja nie.

Bis dahin viele Grüße aus dem heißen Australien!
Euer Carsten und Euer Manni

Die erste Schritte auf dem roten Kontinent

Wir landeten am 27. Januar um 5:20 Uhr auf australischem Boden. Die Ausreise von Bali war problemlos verlaufen und auch der “Immigration Check” in Darwin verlief gut. Eine Warteschlange beim Zoll hielt uns noch ein wenig auf, aber um 6:15 Uhr wurden wir auch dort durchgewinkt, ganz ohne Kontrolle.

Wir hatten im Flugzeug Erkundigungen eingeholt und uns beraten lassen, wie wir die uns zur Verfügung stehenden Zeit am besten verbringen könnten. Unser Ziel war es ja, “Kumpel” am 15. Februar vom Schiff in Fremantle abzuholen. Wir hatten uns entschieden, die Strecke von etwas über 4.000 Kilometern mit einem Mietwagen zurückzulegen. So hatten wir dann auch die Möglichkeit, das eine oder andere Anzuschauen. Das Problem waren die hohen OneWay-Kosten. Wir mussten ja nur hin, nach Fremantle, aber nicht wieder zurück.
Nachdem wir am ersten “Rent-a-Car Counter” erfahren hatten, dass heute Feiertag in ganz Australien war, schwand bereits unsere Hoffnung. Aber wir hatten Erfolg. Wir fragten bei mehreren Rent-a-Car Firmen nach und bekamen schließlich ein Angebot, das ein Drittel unter den bisherigen Angeboten lag. Zunächst sollten wir einen  Kleinwagen erhalten. Letztendlich bekamen wir einen guten Mittelklassewagen und unserem Start in Australien stand nichts mehr im Wege. 

Tourstart in Down Under

Gegen 8:30 Uhr starteten wir unsere Tour Richtung Katherine. Als erstes haben wir uns mit den notwendigsten Dingen versorgt. Wir kauften unter anderem eine Kühlbox, Messer sowie einige Lebensmittel. Da wir am Vortag auf Bali viel unterwegs gewesen waren und im Flugzeug wenig Schlaf bekommen hatten, verbanden wir unseren Frühstückstop mit einem Nickerchen. 

Danach gings munter weiter. Unser erstes, angepeiltes Quartier für die Nacht war nichts. Es war niemand anwesend. Also fuhren wir weiter. Wir sahen ein Hinweisschild: “ROBIN FALLS – 8 km”. Wir schauten uns an und bogen ab. Eine Erfrischung würde uns sicher gut tun. Ohne zu wissen was uns erwartet, fuhren wir weiter. Der Weg war etwas unkomfortabel, aber wir kamen ans Ziel. Zu den Robin Falls ging es eine Viertelstunde zu Fuß weiter. Leider hatte uns niemand berichtet, dass der Weg etwas uneben war. Mit festem Schuhwerk wäre es kein Problem gewesen, aber mit Badelatschen schon. Wir kamen heil an und wurden belohnt. Ein kleiner “Pool” unter dem Wasserfall bot sich an, die fehlende Dusche vom Morgen nachzuholen. Gesagt, getan, raus aus den Klamotten und unter die natürliche Dusche. Herrlich!

Kängurus in Sicht

Kaum wieder am Auto und in den Klamotten, kam ein richtig starker Regenschauer. So kannten wir es bisher nur aus Asien mit seinen “Monsunschauern”. Unterwegs sahen wir am Wegesrand unsere erste Kängurufamilie in freier Wildbahn. Das war ein tolles Gefühl! Mit der Unterkunft hatten wir heute wenig Glück. Wir fanden zwar eine, aber die war sehr teuer. Da uns die noch 160 Kilometer bis Katherine zu weit für heute waren und wir nicht mehr weiter wollten, blieb uns aber nichts anderes übrig. Dann sagten wir gute Nacht und freuten uns auf den morgigen Tag.

Auf nach Katherine

Am Morgen fuhren wir von Douglas Daly Park rund 28 Kilometer zurück auf den Stuart-Hihgway 1. Unser Tagesziel Katherine war heute nur an die 160 Kilometer entfernt. Dort angekommen fuhren wir, nach einem Stopp beim Supermarkt, zunächst ins Visitor Center der Region. Hier hatten wir Glück. Wir trafen auf Annika.  Annika ist aus Deutschland und lebt seit fünf Jahren in Australien. Sie versorgte uns mit den notwendigen Informationen, gab uns Tipps für den kommenden Tag und half bei der Unterkunftssuche. Da wir noch einiges aufzuarbeiten hatten, durften wir das Visitor-Center für die kommenden Stunden als unser Büro nutzen. Herzlichen Dank! Sogar mit Strom, WLAN etc.! Wir fuhren in unser Motel, das wir für zwei Nächte gebucht hatten.

Nitmiluk National Park

Tags darauf ging es nach unserem Frühstück Richtung Nitmiluk National Park. Dieser war 35 Kilometer entfernt von Katherine. Die Hauptattraktion, der Katherine River, wollten wir uns nicht entgehen lassen. Es ist ein imposanter Fluss mit über tausenden von Jahren in Sandstein geformten Schluchten. Wir trennten uns und jeder machte sein Ding. Manni ging auf Bootstour und Carsten machte eine Hiking-Tour. Die Bootstour begann mit Hanna und Jackson, den Ranchern und Manni. Als einziger Touri bekam er von Hanna auf der 2,5 stündigen Fahrt einen ausführlichen Vortrag zur Geschichte, Geologie und den Besonderheiten des Rivers und den Schluchten. Ein Stopp wurde bei originalen Wandmalereien der Aborigines  eingelegt. Diese Zeichnungen sind uralt und waren die Vorgänger von Schriften, also den gemalten Informationen für die Nachwelt. Einmal musste das Boot gewechselt werden, dazu gab es einen kleinen Fußweg. Auf der Rücktour wurde ein Stopp an den „Southern Rockhole“ eingelegt. Manni hatte die Gelegenheit, in einem schönen Naturpool mit Wasserfall schwimmen zu gehen. Die nutzte er und hatte das Wasser  ganz für sich allein. Carsten hatte unterdessen seine Hiking-Tour nach rund einer Stunde abgebrochen. Die Fliegenplage war zu groß und die Tour hatte keine Freude mehr bereitet.

Wir fuhren zurück, um noch Katherine Hot Spring zu besuchen. Ein Tipp von Annika. Die warmen Quellen befinden sich am Ufer des Katherine River und bilden eine Reihe von Becken mit klarem Wasser, die von tropischer Vegetation umgeben sind. Normalerweise sind die Hot Springs zu dieser Jahreszeit geschlossen, aber es gab einen freien Seitenzugang und so konnten wir im 28 Grad warmen Wasser ein Bad nehmen.
Auf dem Rückweg haben wir einen Abstecher ins Visitor-Center zu Annika gemacht. Sie begrüßte uns strahlend und berichtete, dass sie heute den “permanent-resident- Status” erhalten hatte, nun also Inhaberin eines ständigen Aufenthaltsvisums war. Sie freute sich riesig. Nach einem gemeinsames Eis zum Abschied, fuhren wir zu unserem Motel und erledigten noch das ein oder andere.

Glücksbäume

Weiter ging es am nächten Morgen Richtung Westküste über den Highway 1. Laut unserem Navi ging es 489 Kilometer geradeaus bis zur Abbiegung nach Lake Argyle. Auf der gesamten Strecke begegneten uns nur ein dutzend PKWs und LKWs. Und das auf einer Strecke wie von Hamburg nach Frankfurt. Es gab wenig Abwechslung, meist ging es geradeaus und die Landschaft sah immer gleich aus. Das erste Roadhouse, das wir sahen, nutzten wir für eine Kaffeepause.

Es folgten weitere Stunden durch die monotone Landschaft des australischen Hinterlandes. Auf einmal sahen wir sehr interessant aussehende Bäume. Es waren „Brachychiton rupestris“, die des Öfteren im Hinterland Australiens zu sehen sind. Der sogenannte Flaschen- oder auch Glücksbaum wächst auf den Oberflächen und den Steigungen von Hügeln oder von Kanten im niedrigen Hügelland, im Lehm, im Schiefer oder im Basaltboden. Einige Exemplare haben wir natürlich fotografiert.

Western-Australian Border

Wir erreichten einen Quarantäne-Grenzkontrollpunkt an der Western-Australian Border. Hier wird kontrolliert, damit keine frischen Lebensmittel “eingeführt” werden. Das Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung (DAFWA) für Quarantäne (WA) in Westaustralien unterhält diese Grenzkontrollstellen als erste Verteidigungslinie gegen das Eindringen von unerwünschten Schädlingen, Unkräutern und Krankheiten, die auf Fracht, Frachtgut und anderen von der Interstate eingebrachten Gegenständen eintreffen könnten. Die Straßenkontrollpunkte in Kununurra sind das ganze Jahr über rund um die Uhr geöffnet. Wir waren gut vorbereitet und es gab nichts zu beanstanden. Und so konnten wir ohne Probleme passieren.

Kurz darauf sahen wir die Abbiegung zum Lake Argyle. Der Lake Argyle ist ein großer Stausee mit einem Damm aus den 70er Jahren. Heute ist es ein großes Freizeitparadies und Westaustraliens größtes und Australiens zweitgrößtes künstlich angelegtes Süßwasserreservoir. Das Reservoir ist Teil des Ord River Irrigation Scheme und befindet sich in der Nähe der Stadt Kununurra im Osten von Kimberley. Hier kann man Vögel beobachten, Boot fahren, campen, Kanu oder Kajak fahren, klettern, angeln, segeln, und und und.
Derzeit war hier „out of Saison“, dennoch sollte die Übernachtung über 250 australische Dollar kosten. Dies war uns entscheidend zu viel und wir fuhren weiter bis nach Kununurra. Wir fanden ein Airbnb-Angebot im Netz und kontaktierten den Anbieter. Er navigierte uns per Handy direkt zur Unterkunft. Ein Einzimmer- Appartement mit Küche und Bad. Hier blieben wir. Nach dem Einkauf kochten wir Pasta, Garnelen mit Tomatensoße und Salat. Lecker war´s.

Nach einer Kommunikation mit Zuhause, unserem Team und etwas Büroarbeit waren wir wirklich etwas geschafft. Wir stellten beide fest, uns fehlt der „KUMPEL“. Hotels, Resorts, Appartements waren ja ab und zu ganz nett. Aber wir sind eben im Herzen Camper. Noch zwei Wochen, dann sind wir hoffentlich wieder ein ganzes Team!

Tags darauf ging es weiter Richtung Westküste. Es liegen noch über 1.000 Kilometer vor uns. Bevor wir aus Kununurra rausgefahren sind, haben wir uns noch mit Fliegenschutznetzen ausgestattet. Außerhalb der Orte sind die kleinen Tierchen die reinste Plage. Der Highway 1 zeigte sich heute etwas abwechslungsreicher als gestern. Wir konnten Termitenhügel von beachtlicher Größe rechts und links der Straße sehen.

Unser erster Stopp heute war erneut ein Roadhouse. Dieses mal in Warmun. Auf den weiteren 30 bis 40 Kilometern sahen wir keine Termitenhügel mehr. Später waren diese wieder in großer Vielzahl und allen Größen vorhanden, merkwürdig. Vielleicht gab es unterschiedliche Bodenverhältnisse. Wir wussten es nicht.

Wenn man dann Kilometer um Kilometer hinter sich bringt, hat man Zeit, sich viele Gedanken zu machen. Unser Thema Anna. Wir hatten mitbekommen, dass es bei Anna gerade nicht so gut lief. Die Reha ließ auf sich warten, es war doch alles bürokratisch und Anna musste selber etwas tun und machen, um eine neue Lebensperspektive zu finden. Wie und was? Unser Ansatz: Vielleicht würde es helfen, für eine längere Zeit – in einer neuen Umgebung – neue und zum Teil auch mit ähnlichem Schicksal belegte Menschen kennenzulernen und sich auszutauschen. Am besten mit psychologischer Begleitung. Vielleicht würde es Anna guttun, neue, interessante Orte und Aktivitäten kennenzulernen und aufzusuchen: Behindertensport, Interessengruppe und Freizeitaktivitäten wie Kino, Konzerte etc.. Wir wollen Anna helfen und haben unsere Gedanken an Dr. Angela Langholz vom Verein “Schicksale, die zu Herzen gehen” weitergegeben. Wir hingen unseren Gedanken hinterher.

Am späten Mittag erreichten wir Halls Creek, unser anvisierte Ziel für heute. Wir besichtigten den Ort und beschlossen, doch rund 270 Kilometer weiter nach Fritzroy Crossing zu fahren. Aber erst wurden noch einige Fotos von den Aborigines Arts gemacht, die den Ort schmückten.

Die weitere Fahrt zog sich dann doch dahin und wir kamen erst gegen 18 Uhr an. Das Unterkunftsangebot in diesem Ort war leider begrenzt. Im “Inn” wollten sie für ein kleines Zimmer mit einem Bett so viel haben, als wollten wir in Hamburg an der Binnen-Alster nächtigen. Das machten wir nicht. Bei Airbnb gab es kein Angebot, aber wir fanden ein Motel. Das war auch nicht gerade günstig, aber hier waren das Zimmer und die Ausstattung ok. Hier gönnten wir uns dann ein „Steak al Australia“, gut und lecker und ließen den Abend ausklingen. Morgen werden wir die Küste erreichen.

Endlich am Ozean

Nach dem Auschecken im Motel, ging unsere Fahrt weiter nach Broome, Cabel Beach. Hier hatten wir bereits über Airbnb ein Zimmer gebucht. Die Landschaft der nächsten 300 Kilometer war landschaftlich nicht viel abwechslungsreicher als an den Vortagen. Wir kamen also entspannt ans Ziel.
Broome ist eine am Indischen Ozean gelegene Küstenstadt in der Region Kimberley, im Norden Westaustraliens. Sie liegt rund 2.200 Kilometer entfernt von Perth. Cable Beach ist ein 22 Kilomter langer, weißer Sandstrand am östlichen Indischen Ozean und der Name des umliegenden Vororts in Broome. Cable Beach wurde nach dem 1889 zwischen Broome und Java verlegten Telegraphenkabel benannt. Hinter dem sehr flachen und breiten Strand erheben sich niedrige Klippen aus rotem Ocker.

Unsere Gastgeber waren Tina und Chris. Tina war vor 33 Jahren aus Berlin nach Australien gekommen und geblieben. Wir hatten direkt einen guten Kontakt zueinander und am Sonntag zeigten die beiden uns die Highlights der Umgebung. Am frühen Abend gingen wir zum Sonnenuntergang an den Strand des Indischen Ozeans. Wir machten noch ein kleines Video für die Website und dann ging es in einen typischen Pub auf einen Burger.

Ein entspannter Tag

Früh am nächsten Morgen machte Manni einen über 10 Kilometer langen Strandspaziergang mit Chris und Jimmy, dem Hund der Familie. Carsten war unterdessen mit Tina zum Schwimmen gegangen.
Unsere Rundtour führte entlang der Felsen und wir sahen ein Adlernest. Am Hafen haben wir den Anglern etwas zugeschaut. Unseren Lunch haben wir dann bei schöner Aussicht im Pub des Mangrove Resort eingenommen. Gestärkt ging es weiter ins Zentrum von Broome und anschließend zu einem über 100 Jahre alten Steg, dem „Mother of Pearls“. Hier wurden die Perlentaucher und Boote über die Mangroven ans Wasser gebracht. Tina und Christ luden uns für später zum Dinner ein. Unser letzter Stopp war für heute ein Supermarkt. Hier spielte ein Aborigine vor dem Eingang auf einem Didgeridoo. Wir durften ein tolles Portrait machen.
Das Dinner mit Garnelen und Fisch war sehr gut und wir hatten einen schönen gemeinsamen Abend.

Reptil und Road Trains

Nach einer ruhigen Nacht verabschiedeten wir uns herzlich von Tina und Chris. Jimmy, dem Hund, ging es nicht gut und er schlief. Wir fuhren los. Unser heutiges Tagesziel war Port Hedland, das noch ca. 570 Kilometer entfernt war. Bevor es auf den Northern Highway (HWY) 1 weiter Richtung ging, kauften wir noch etwas Verpflegung ein. Ein erster Fotostopp galt heute einem kleinen Reptil, das die Straße kreuzte. 

Nach rund 300 km war ein Tankstopp fällig. Wir nahmen ein zweites Frühstück an einem typischen Roadhouse ein. Weiter ging es durch eintönige Landschaften. Hin und wieder sahen wir ausgeschlachtete Autos am Seitenrand stehen. Diese werden wohl von Zeit zu Zeit eingesammelt. Die Temperatur im Schatten wurde im Auto heute mit 43 Grad angezeigt. Echt gut, dass unser Mietwagen über eine Klimaanlage verfügt. Die hat unser “Kumpel” nicht. Wir würden trotzdem gerne tauschen.
Wir sahen Road Trains, die Züge der Straße, wie sie auch genannt werden, teilweise mit 4 Anhängern. Das sind schon ordentliche Geschosse, die da an einem vorbeifahren oder überholt werden müssen.

In Port Hedland angekommen, haben wir dann in einem einfachen, aber sauberen, „Discovery Park“ ein Zimmer bezogen. Port Hedland ist mit knapp 13.800 Einwohnern eine der größten Städte des australischen Bundesstaates Western Australia. Der Hafen Port Hedland, über den vor allem Eisenerz exportiert wird, gehört zu den größten Häfen für Schüttgut weltweit. Für uns war es ein Übernachtungsort auf dem Weg nach Fremantle.

Auf dem Highway

Am nächsten Morgen machten wir uns über den Great Northern HWY 1 und dann weiter über den North West Coastal Highway auf nach Karratha. Unterwegs fotografierten wir Road Trains. Wir zählten auch, wieviele Räder so ein Road Train hat. Mit vier Anhängern kommt so ein Geschoss auf bis zu 98 Räder! Wenn man die mal wechseln muss, ohje.

Heute erreichte die Temperaturanzeige 44 Grad im Schatten. Bei der Ankunft in Karratha haben wir uns zunächst im Visitor-Center nach den Unterkunftsmöglichkeiten am Ort erkundigt. Auch hier gab es wieder einen „Discovery Park“. Dieser wollte allerdings den 5-fachen Preis von dem vom Vortag. Also haben wir weiter gesucht und dann auch passendes Motel gefunden.

Karratha ist eine Stadt in der Region Pilbara in Westaustralien, die an den Hafen von Dampier grenzt. Karratha wurde 1968 gegründet, um die Verarbeitungs- und Exportmitarbeiter des Bergbauunternehmens Hamersley Iron und in den 1980er Jahren die Erdöl- und Flüssigerdgasaktivitäten des North West Shelf Venture aufzunehmen. Der Name der Stadt stammt von der gleichnamigen Viehzuchtstation, die abgeleitet „gutes Land“ oder „weiche Erde“ bedeutet. Dann wollten wir uns das mal anschauen.

Am späteren Nachmittag haben wir uns zunächst mit Steaks und Getränken versorgt und sind zum Hearson Cove Beach nach Dampier gefahren. Das war eine Empfehlung der Damen des Visitor-Centers. Nach einem ausgiebigen Bad im Indischen Ozean ging es dann an den Barbeque-Grill. Diese stehen den Gästen kostenfrei zu Verfügung. Grillen am Ozean, was will man mehr? Unsere Porterhouse-Steaks brauchten nicht lange und konnten unseren Hunger stillen.

Wir blieben an diesem schönen Fleckchen Erde bis es dunkel wurde. Dann fuhren wir zurück zum Motel. Wir träumten davon, “Kumpel” bald wieder bei uns zu haben und freuen uns jetzt schon darauf, Euch weiter zu berichten.

Bis bald!
Euer Carsten und Euer Manni

Die Insel der Götter

Bali, die berühmte „Insel der Götter“. Sie erhebt in den touristischen Informationen den ernsthaften Anspruch, das Paradies auf Erden zu sein. Die abwechslungsreiche Landschaft aus bergigem Gelände, rauen Küsten, Sandstränden, üppigen Reisterrassen sowie kargen vulkanischen Hängen bietet eine malerische Kulisse für die farbenfrohe, spirituelle und einzigartige Kultur. Die Kulturlandschaft der Provinz Bali wurde in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.
Bali ist eines der beliebtesten Reiseziele Indonesiens. Man kann dort erstklassig surfen und tauchen und es gibt eine Reihe natürlicher, kultureller und historischer Attraktionen. Bali bietet jedem Besucher etwas, vom jungen Rucksacktouristen bis hin zu den Ultra-Reichen. Also sollte für uns auch etwas dabei sein.

Nachdem wir Malaysia per Flugzeug von Kuala Lumpur aus verlassen hatten. Sind wir am frühen Abend im Hotel auf Bali angekommen. Zunächst gönnten wir uns eine erfrischende Dusche. Danach haben wir uns etwas orientiert und sind etwas Essen gegangen.

Den Samstag haben wir entspannt am Pool verbracht und zwischendurch etwas “Büroarbeit” erledigt. Am späteren Nachmittag sind wir der Einladung eines Balinesen gefolgt. Er hatte uns zu sich in sein kleines Restaurant mit einheimischer Küche eingeladen. Wir haben uns sehr wohl im Kreise der jungen Familie gefühlt und das balinesische Essen war überzeugend im Geschmack. 

Unser Tag auf Bali

Am Sonntag hatten wir uns für den Tag mit einem Fahrer verabredet. Wir wollten Bali erkunden. Was wir dabei erlebt haben, erfahrt ihr jetzt:

Balinesische Tänze 

Balinesische Tänze sind berühmt und schwer zu erlernen. Jede Handbewegung, jede Mimik muss sitzen und hat eine eigene Bedeutung. Die meisten Touristen können zwar weder Gestik noch Mimik der Tänzerinnen und Tänzer deuten und meist verstehen sie die Geschichte des Tanzes nicht, aber der Besuch einer Tanzvorführung auf Bali lohnt sich allemal. Vor allem wegen der aufwendigen Kostüme, der Choreographie und dem oft stimmungsvollen Ambiente.
Wir haben uns vom Schauspiel des „Barong-Tanzes“ faszinieren lassen. Eine kleine, knapp einstündige, Aufführung einer balinesische Geschichte in sieben Akten. Es ging dabei um zwei Diener der Königin und das Schicksal des geliebten Herren.

Kaffee und Tee 

Habt ihr schon einmal Ginseng-Kaffee oder Zimt-Kaffee getrunken? Nein? Dann solltet ihr das unbedingt probieren. Auf Bali gibt es diverse Kaffee-Plantagen auf denen man balinesischen Kaffee, auch Kopi genannt, in Dutzenden aromatisierten Varianten verkosten kann. Es gibt unter anderem auch Kokos- oder Vanille-Kaffee und natürlich den berühmten Kopi Luwak. Der Kopi Luwak stammt sozusagen direkt aus dem Magen der Zibetkatze. Das hört sich komisch an, aber keine Angst, die im Magen der Katze fermentierten Kaffeebohnen werden nach dem Ausscheiden gründlich gereinigt. Wir haben uns vom Luwak Coffee der Zibetkatze verwöhnen und überzeugen lassen. Manni war begeistert von diesem einzigartigen Kaffeegenuss. Er hatte auch bereits Erfahrung mit andere Kaffeesorten, die aus ausgeschiedenen und schonend gerösteten Kaffeebohnen gemacht werden.

Kunsthandwerk

Wir haben uns den Prozess der balinesischen Art zu Batiken zeigen lassen. Das war sehr spannend, mit anzusehen. Die bunte Vielfalt der Stoffe und die daraus gefertigten Produkte waren sehr schön.
Anschließend haben wir noch eine Silberschmiede besucht. Es wurde handgefertigter balinesischer Silberschmuck hergestellt. Wir waren von der handwerklichen Arbeit aber nicht so überzeugt, wie von der, die wir bereits in Myanmar gesehen hatten.

Nasi Campur

Wer Fleisch und Fisch mag, sollte auf Bali mindestens einmal Nasi Campur gegessen haben. Nasi Campur besteht aus verschiedenen kleinen Gerichten und gekochtem Reis, „nasi“, als Grundlage. Aufgetischt wird, was die Küche gerade zu bieten hat. Daher können bei Nasi Campur die Zutaten und die Zusammenstellung der Speisen von Restaurant zu Restaurant und von Warung zu Warung sehr unterschiedlich sein. Warung ist ein “einfaches” Restaurant, meist ein Straßenverkauf.

In der Regel besteht ein Nasi Campur aus einem oder mehreren Rind-, Lamm- oder Schweinefleisch-Currys, verschiedenen Gemüsen in gebratener Form oder als Curry, einer gegrillten Hühnerkeule und/oder gezupftem Hühnerfleisch, gegrilltem Fisch (meist Thunfisch), gebratenem Tofu, Tempeh, Mais, Kokosraspeln, Kerupuk, einem Spiegelei und Reis. Dazu werden ein oder mehrere Sambals, das sind  Würzsoßen auf Chili-Basis, serviert.

Unser Favorit war Sambal Matah, ein Dip aus gehackten Chilischoten, Zitronengras, Knoblauch, Schalotten, Ingwer, Limettensaft, Salz und Kokosöl. Sauscharf und sehr, sehr lecker! Das werde wir vermissen.

Tegenungan Wasserfall

Der Tegenungan Wasserfall ist einer der wenigen Wasserfälle in Bali, die nicht im Hochland oder in Gebirgsregionen liegen. Zugegeben, wir fanden den Wasserfall nicht gerade berauschend. Dennoch hat sich der Besuch gelohnt. Die Lage ist toll und der Wasserfall erfrischend. 

Reisfelder 

Auf Bali durch die Reisfelder zu laufen, ist ein Muss. Um einen herum ist alles satt grün. Hier und da kann man dabei zusehen, wie die Reisbauern ihre Felder bewirtschaften. In stundenlanger, oft sehr mühsamer Arbeit, werden Setzlinge in den Boden gebracht, Felder bewässert und der Reis bei der Ernte ausgeschlagen.
Die schönsten Reisterrassen gab es bei Ubud. In Tegalalang haben wir diese, nach einem sehr kräftigen Monsun-Regenschauer, angeschaut. Hier war etwas Vorsicht geboten, da alles „slipi“ sprich sehr rutschig war. Aber der Spaziergang durch die Reisfelder war wirklich schön.

Auf dem Rückweg mit unserem Fahrer, zeigte sich, was wir bereits den ganzen Tag bemerkt hatten. Die Insel gehört zu den stark frequentierten Regionen und eigentlich steht man immer im Stau. Wir haben uns gefragt, wie das erst in der Hochsaison sein mag. Wir sind dann aber gut am Hotel angekommen. Da unser Flug nach Darwin in Australien mitten in der Nacht stattfand, haben wir dann abends noch den Service vom Hotel genutzt. Gegen 22 Uhr sind wir zum Flughafen aufgebrochen. Es geht los Richtung „Roter Kontinent”.

Jetzt sind wir in Australien. Früher als gedacht. Natürlich werden wir weiter berichten.
Also schaut immer mal wieder vorbei!

Euer Carsten und Euer Manni

Die Entscheidung

Nach den doch etwas aufreibenden letzten Tagen in Malaysia war heute der Tag der Entscheidung. Wir hatten dank vieler, vieler Unterstützer und Helfer einige Möglichkeiten, wie es weitergehen könnte. Und wir haben uns entschieden. 

Am frühen Morgen des 16. Januars 2020 haben wir die Verschiffung für “Kumpel” gebucht. Für ihn heißt es dann am 21.01.: “Ab zum Schiff”. Drei Tage später sticht das RoRo-Schiff dann in See. „Kumpel“ wird im RoRo-Verfahren verschifft. Das heißt, “Kumpel” wird auf das Schiff gefahren und dann geht die Fahrt für ihn direkt nach Fremantle, in die Nähe von Perth, in Australien.

Nachdem der Plan für “Kumpel” feststand, begann die Planung für unsere weitere Tour ohne ihn. Wir werden bis zur Abfahrt des Schiffes in Malaysia bleiben. Man weiss ja nie, was noch so passiert.

Heute ging es für uns erstmal von Kuala Lumpur aus an die Westküste Malaysias. Wir werden dort die Tage bis zur Verschiffung verbringen und planen. An der Ortseinfahrt von Port Dicksen, bereits an der Westküste, sahen wir einen Waschsalon. Der kam wie gerufen. Die Bettwäsche und die sonstige Wäsche konnten einen Waschgang gebrauchen. Wir haben hier 30 Grad und eine hohe Lufttemperatur. Also legten wir kurzfristig einen Waschstop ein. Während die Waschmaschine arbeitete, nahmen wir eine kleine Stärkung zu uns.


Exkurs – Unsere „Kumpel“-Waschmaschine

Wisst Ihr eigentlich wie wir sonst auf der Tour gewaschen haben?
Nein? Dann stellen wir Euch mal unsere mobile “Waschmaschine” vor.

Teil 1 – Die Vorbereitung:

Teil 2 und 3 – Das Ergebnis:

Und so kann man mit „Kumpel“ richtig gut Wäsche waschen.


Vorbereitung und Planung

in der Zeit, in der die Waschmaschine im Salon unsere Wäsche wusch, tankten wir Trinkwasser und überwiesen die Verschiffungskosten per Onlineüberweisung. Carsten bekam eine Lehrstunde im Onlinebanking. Malaysia arbeitet noch nicht mit IBAN und BIC und Carsten hatte sein Konto noch nicht für internationale Transfers freigeschaltet. Mit Unterstützung von Stefan, einem Freund, war die Überweisung dann bald geschafft. Danke Stefan und ein Hoch auf die digitale Welt.

Nachdem unsere Wäsche fertig war, fuhren wir weiter zum Strand. Der Platz direkt in Port Dicksen war nicht nach unserem Geschmack und so fuhren wir weiter an der Küste entlang. In Negeri Sembilan fanden wir dann einen guten Platz direkt am Meer. Wir richteten uns etwas ein und genossen die Abendstimmung.

Am nächsten Morgen erstellten wir beim Kaffee unsere „ToDo-Liste“ für die kommenden Tage. Nicht dass wir noch etwas wichtiges vergessen. Wir haben eingekauft und angefangen, einen Kühlventilator (12V) zu installieren.
Die wichtigsten Punkte heute waren allerdings, unsere weitere Reise ohne “Kumpel” zu planen und die notwendigen Buchungen zu tätigen. 

Wir wollen Port Klang beziehungsweise Kuala Lumpur erst am 24.1. verlassen. Dann, wenn auch das Schiff mit “Kumpel” los fährt. Die Zwischenzeit werden wir nutzen und Kuala Lumpur City besichtigen und uns etwas entspannen.

Blitzblanker „Kumpel“

Am Samstag, den 18.1., starteten wir mit der Grundreinigung von “Kumpel”.  Anscheinend ist Australien sehr pingelig damit, welche Gefährte “einreisen” dürfen. Beim dritten Anlauf haben wir endlich eine geeignete Car-Wash-Station für “Kumpel” gefunden. Wir teilten uns auf. Carsten zeichnete sich für die äußere Sauberkeit verantwortlich. Manni putze den Innenraum und fühlte sich dabei wie in einer Sauna. Nach vier Stunden Putzmarathon waren wir fix und fertig.

Auf dem Rückweg zu unserem Stellplatz sind wir noch in ein Restaurant eingekehrt. Das hatten wir uns wirklich verdient. Beim Bezahlen haben wir deutsche Worte vernommen. Das erste Mal in Asien. Es war die Restaurantchefin, die acht Jahre in Österreich gelebt hatte und ihr österreichischer Mann. Nach einem kleinen Plausch sind wir zum Stellplatz gefahren. Dort ging es weiter mit putzen. Wir säuberten die Werkzeugkiste, putzten den Grill und einige weitere Dinge.  Zum Tagesabschluss haben wir uns in die Fluten gestürzt und haben dann beim Sonnenuntergang relaxt.

Am Sonntag, der eigentlich ein Ruhetag sein sollte, ging es dann ans Eingemachte. Man glaubt ja gar nicht, wo in einem Auto überall Dreck zu finden ist. Langsam kommt der Verdacht auf, dass Carsten nur nach Australien will, damit “Kumpel” einmal ganz, ganz sauber ist. Wir reinigten jeden Schrank penibel. Wir säuberten das Bad und sogar die Markise. Dann ging es ans Aussortieren. Was bleibt bei uns, was bleibt im “Kumpel” und was muss oder kann ganz weg, das waren die Fragen. Wir mussten einiges aussortieren. Für die Einfuhr nach Australien gibt es viele Regeln.

Nachdem wir von 7:30 Uhr bis 18:00 Uhr gut beschäftigt waren, haben wir beschlossen: „Jetzt ist Schluss!“. Das muss reichen. Wer was finden möchte, der findet auch was. Wir haben unser Möglichstes getan, um “Kumpel” eine erfolgreiche Einreise zu bescheren. Wir werden sehen wie es Morgen und dann in Australien läuft.

Am nächsten Tag standen wir um 6:15 Uhr auf. Wir hatten noch einige Kleinigkeiten zu erledigen. Am Vorabend hatte es ein Gewitter mit starkem Monsunregen gegeben und jetzt musste unter anderem die Bodenmatte gereinigt werden. Wir leerten den Kühlschrank und säuberten ihn. Dann packten wir die letzten Sachen für die kommenden drei Wochen ein. Um elf Uhr waren wir dann im 120 Kilometer entfernten Port Klang. Hier hatten wir einen Termin für “Kumpel” zur Begasung. Da wir direkt die Anschrift, trotz Google nicht finden konnten, riefen wir unseren Kontaktmann bei der Shipping-Agentur an. Er war gerade in der Nähe und fünf Minuten später vor Ort.

Der Prozess der “Fumigasi”, der Begasung, ist relativ einfach. Carsten erinnerte sich an seine Ausbildungszeit. Damals wurde dies mit Erdreich gemacht. Aber heute war “Kumpel” dran. Zunächst wurde er eingepackt. Diese Aktion erinnerte uns an den Verpackungskünstler „Christo“, der für seine Verpackungskünste im ganz großen Stil bekannt ist. Dann wurde “Kumpel” für circa 24 Stunden der Begasung ausgesetzt. 

Die Begasung ist für den Import von Kraftfahrzeugen nach Australien sehr wichtig. Kraftfahrzeuge und Maschinen aller Art können bei der Einfuhr ein Biosicherheitsrisiko darstellen. Zum Beispiel können lebende Insekten, Samen, Erde, Schlamm, Ton, tierische Fäkalien, tierisches und pflanzliches Material wie Stroh, Zweige, Blätter, Wurzeln, Rinde und ähnliches, infektiöse Mikroorganisem oder gefährliche biologische Materialien mit ins Land bringen. Es liegt in der Verantwortung des Importeurs, sicherzustellen, dass Kraftfahrzeuge, Motorräder, Maschinen oder deren Teile sauber und frei von Biosicherheitsrisiken sind, bevor sie in Australien ankommen.

Tschüß „Kumpel“

Nach überstandener Begasung wurde “Kumpel” eine Stunde gelüftet. Im Anschluss haben wir “Kumpel” zur Zoll- und Carnet-Abwicklung zum Hafen gebracht. Und dann war er da, der große Abschied. Tschüß “Kumpel”! Wir sehen uns am 15. Februar in Fremantle, Australien wieder. GUTE ÜBERFAHRT! 

Jetzt war “Kumpel” also in den Händen der Shipping-Company. Deren Angestellte fahren ihn dann auf das Schiff und kümmern sich um alles weitere. Wir werden am Mittwoch, den 22.1., unsere Papiere der Verschiffung, sprich Bescheinigung der Begasung, die Frachtpapiere und das Carnet übergeben bekommen, damit wir “Kumpel” dann in Australien in Empfang nehmen dürfen.

Wir fuhren mit einem Fahrservice in Richtung unseres Hotels in Kuala Lumpur. Der Fahrer war ein guter Typ. Er unterhielt sich mit uns und wir beschlossen, zusammen einen Lunch einzunehmen. Die erste Anlaufstelle war geschlossen. Dafür war die Zweite ein Volltreffer. Das Essen, Beef, Reis und Gemüse, war sehr gut. Zusammen mit Wasser kostet es für uns drei nicht mal sechs Euro. Unser Fahrer erzählte uns, dass zu Hause das Kochen oft teurer ist, als Essen zu gehen.
Weiter ging es zum Hotel. Die nächsten Tage werden wir in Kuala Lumpur verbringen. Wenn das Schiff mit “Kumpel” am 24.1. abfährt, geht es für uns per Flugzeug weiter nach Bali. Darüber werden wir dann natürlich auch berichten. 

Im Hotel angekommen, haben wir uns eingerichtet und den restlichen Tag im Fitness-Studio und am beziehungsweise im Pool verbracht. Des Weiteren haben wir Mails beantwortet, unser “Büroarbeit” erledigt und den Abend ausklingen lassen.

Unsere Zeit in Kuala Lumpur

Nach einem großartigen Frühstück vom Büfett ging es mit dem Hotelshuttle nach Kuala Lumpur in die Innenstadt. Im Shuttle saß auch ein Paar aus Frankfurt/Hanau. Sie war Deutsche und er Malaysier und die beiden kommen mindestens einmal im Jahr nach Malaysia. Es fand ein reger Austausch über Land, Leute, Kultur und das Essen statt. Es war sehr interessant und wir wünschten uns gegenseitig noch einen schönen Aufenthalt in der Hauptstadt Malaysias. Kuala Lumpur heißt übersetzt schlammige Flussmündung. Es leben viele unterschiedliche Kulturen und Religionen in der Stadt. Und das kann man auch sehen. Es gibt christliche Kirchtürme, Minarette von Moscheen, indische Tempel und chinesische Pagoden in der gesamten Stadt. Bis zu elf Millionen Touristen kommen jährlich nach Kuala Lumpur und wir waren zwei davon.

Nachdem wir uns etwas orientiert hatten, ließen wir uns von der Stadt inspirieren. Einige bauliche Besonderheiten und die asiatische Anmutung fielen uns auf. Ansonsten fühlten wir uns, wie in jeder großen Weltstadt. Wir sind bei den beiden Twin Towers gelandet. Die 451 Meter hohen Petronas Towers prägen das moderne Stadtbild. Das Wolkenkratzerpaar ist aus Glas und Stahl. Es gibt eine öffentlich zugängliche Skybridge und eine Aussichtsplattform.

Wir haben dann die Shopping-Mall, die sich dort befindet, unsicher gemacht. Diese beherbergt alle Edelmarken der Welt. Zwischendurch mussten wir mit “Kumpels” Transportunternehmen kommunizieren, um noch ein paar Dinge abzustimmen. Carsten nutzte die Gelegenheit, sich beim englischen Babier verwöhnen zu lassen. Dann ging es zurück mit “Grab”. Hier werden über eine App Fahrten vermittelt. Das hat prima geklappt und war wesentlich günstiger als ein Taxi. Den restlichen Tag haben wir im Hotel verbracht und an unserer Fitness beziehungsweise Entspannung gearbeitet.

Klappt auch alles?

Der nächste Tag war etwas frustrierend. Die Zahlung für die Verschiffung von “Kumpel”, die Carsten per Auslandsüberweisung getätigt hatte, ist noch nicht bei unserer Shipping-Agentur angekommen. Auf dem Konto wurde das Geld aber bereits am 17.1. abgebucht. Das hat uns unsere Bank in Deutschland auch bestätigt. Das sollte in der heutigen, digitalen Welt doch wirklich klappen. Wir werden sehen und sind wieder einmal zum Warten verdammt.

Am Nachmittag sind wir dann auf Empfehlung in den alten Teil Kuala Lumpurs gefahren. Dort haben wir uns die Gegend angeschaut, gemütlich gegessen und sind dann zurück zum Hotel.

Am nächsten Tag wurde das chinesische Neujahrsfest in unserem Hotel mit einem Event eingeleitet. Am chinesischen Neujahrsfest, auch “Frühlingsfest” genannt, wird der erste Tag des neuen Jahres im chinesischen Kalender gefeiert. Dieses Datum unterscheidet sich vom weltweit gebräuchlichen “Gregorianischen Kalender” und ist ein gesetzlicher Feiertag. Wir bekamen eine Darbietung von Drachentänzen, Trommeleinlagen und KongFu-Darbietungen gezeigt. Die Drachentänze sind ein wichtiger Bestandteil der Feierlichkeiten am chinesischen Neujahrstag und es war toll mitanzusehen.

Gegen Mittag fuhren wir zu unserer Shipping-Agentur. JUHU! Die Überweisung war eingegangen und beide Seiten waren happy. Nun wurden uns auch die notwendigen Papiere, wie die Fumigation-Bescheinigung und das Carnet ausgehändigt. Die Frachtpapiere folgen per Email. Nach einer herzlichen Verabschiedung konnten wir glücklich und entspannt den Rückweg in unser Hotel antreten. Den Nachmittag hat jeder nach seinen Wünschen und sehr entspannt verbracht.

Ob mit der Verschiffung alles klappt und wie unser Abschied aus Malaysia verläuft, werden wir berichten. Am 24.1. geht es für uns erstmal weiter nach Bali.

Lasst es Euch gut gehen!

Viele Grüße und bis bald
Euer Carsten und Euer Manni

Entspannter Start

Nach der entspannten Einreise nach Malaysia fuhren wir in den nahe der Grenze gelegenen Ort Changlun. Wir wollten unser restliches thailändisches Bargeld gegen malaysisches Geld tauschen. Bei der Bank konnte man mal wieder nicht wechseln. Carsten fuhr dann mit einem malaysischen Helfer, mit dessen Roller, zu einer “Wechselstube”. Diese Vorgehensweise haben wir schon öfter erlebt. Der Tausch klappte. Zwischenzeitlich wussten wir auch, wo wir eine SIM-Card für Malaysia bekommen konnten. Zehn Minuten später waren wir mit einer SIM-Card (HOTLINK) für Malaysia ausgestattet. Diese kostete für einen Monat und rund 10 GB knapp 15 Euro. Wir hatten Hunger und so stärkten wir uns mit einem leckeren, regionalen Essen. Es gab Huhn, Reis, scharfe Soßen und Gemüse für einen Betrag, für den man selbst nicht kochen kann.

Wir hatten gehört, dass man auf den „Park & Rast Anlagen“ der Highways in Malaysia gut und problemlos über Nacht stehen bleiben konnte. Also entschlossen wir uns, noch ein Stück weiter Richtung Kuala Lumpur zu fahren. Später haben wir etwas abseits einen Stellplatz gefunden.  

Die Nacht war gut und der heutige Tag startete mit der Weiterfahrt nach Port Klang. Die Straßen waren in bestem Zustand und wir erreichten Port Klang am späten Mittag. Rechts und links der Straße gab es neue und bestehende Wohnsiedlungen, die sich nicht erkennbar von unseren unterschieden. Dies traf auch auf die Industrie und Handelshäuser zu. Nach einem kräftigen “Frühstück” erkundigten wir uns nach einer Fähre nach Sumatra (Indonesien).
Schnell machte sich Ernüchterung bei uns breit. Es gibt derzeit keine Verbindungen mehr, die Fahrzeuge transportieren. Es gab nur reine Personenfähren. Wir fragten weiter, wurden hier- und dorthin geschickt, aber wir kamen nicht weiter. Auch unsere aktuelle Internetrecherche half nichts. Wir trafen dann auf einen Terminal-Mitarbeiter, der helfen wollte. Er fuhr mit uns in seinem Auto zu einem Unternehmen für Frachtschiff- und Seelogistik. Da dort kurz vor Feierabend war, wollten wir es direkt am nächsten Morgen erneut versuchen. Die Nacht konnten wir direkt auf einem Platz hinter dem Terminal-Parkplatz verbringen. Wir werden sehen, was der nächste Tag bringen wird.

Unsere Nacht am Port Klang am South Port Terminal war etwas unruhig. Bis nach Mitternacht wurden Container bewegt. Nach dem ersten Kaffee im “Kumpel” und den Vorbereitungen für den Tag, hatten wir noch etwas Zeit für ein kleines Frühstück im Terminal. Mit unserem lokalen Helfer ging es dann los zur Logistikfirma am North Port. Nach der Registrierung und Anmeldung sind wir dann über das riesige Firmengelände zum Headoffice. Der Generalmanager erwartete uns bereits. Ohne lange Vorrede wurden “Kumpels” Fakten abgefragt: Maße, Kraftstoff, Anzahl an Batterien und Gastanks und alles Mögliche. Dann wurden wir nach unserem Vorhaben gefragt und ein kurzes Telefonat geführt.
Steven, der Generalmanager, erklärte uns, dass ein Seeweg von Port Klang nach Sumatra fast unmöglich war. Der Aufwand und die Kosten wären viel zu hoch. Auch eine Verschiffung über Timor-Leste wäre sehr schwierig zu organisieren. Er schlug uns vor, eine Verschiffung von Singapur aus zu versuchen. Singapur ist ein Welthafen mit viel mehr Optionen. 

Planänderung

Damit war für uns klar, dass unsere geplante Route angepasst werden musste. Wir werden sehen, wo wir landen werden. Für die weitere Kommunikation wurde eine WhatsApp-Gruppe gebildet. Draußen am “Kumpel” wurden Fotos gemacht und Visitenkarten ausgetauscht. Wir bekamen noch den Tipp, Malakka auf unserem Weg nach Singapur anzufahren. Es sollte ein schöner, historischer Ort sein. Wir bedankten uns bei unseren Helfern und fuhren los Richtung Singapur.

Unterwegs haben wir an einem Highway-Restaurant noch eine kurze Pause eingelegt und Huhn mit Reis und Gemüse sowie frischer Ananas zum Nachtisch gegessen. Zusammen alles unter drei Euro für beide. Wir fragen uns immer wieder, wie das geht. 

In Malakka angekommen, sah Carsten eine „Car-Wash“-Anlage. “Kumpel” wurde gereinigt, sogar etwas poliert, erhielt eine Motorwäsche und, und, und. So sauber war “Kumpel” nur beim Start in Deutschland gewesen! Die historische Stadt war vergessen und am späten Nachmittag fuhren wir weiter Richtung Grenze.  

Wir fanden einen “wilden” Stellplatz für die Nacht. Wir stellten die Stühle raus und fingen an, unsere Tagesberichte zu schreiben. Plötzlich standen zwei einheimische Männer vor uns und meinten: „Here not good“!. Wir sollten ihnen folgen, sie hätten einen besseren Stellpatz für uns. Nach fünf Minuten erreichten wir einen Platz an einem kleinen Seitenkanal. Dort verbrachten wir die Nacht. In unmittelbarer Nachbarschaft befand sich ein größeres Gebäude von dem “Leben” ausging. Carsten wollte uns etwas sehr Gutes tun und noch ein Bier holen. Das Resultat war allerdings, dass es in dieser Region leider keinen Alkohol gab. Schade, aber nicht weiter schlimm.

Wir hatten festgestellt, dass wir an unserem ersten Stellplatz des Tages wohl einen Wasserkanister für draußen verloren hatten. Also fuhren wir am nächsten Morgen nochmal zurück. Leider vergebens.

Auf dem Weg nach Singapore

Dann ging es via ASIEN-Highway AH2 Richtung Johor Bahru zum Checkpoint Woodlands. Da wir eine Abfahrt verpassten, hatten wir etwas Schwierigkeiten, den Grenzübergang anzufahren. Dann war die Durchfahrtshöhe auf 2,10 Meter begrenzt. Es half nichts, wir mussten drehen. Also sind wir erstmal ausgestiegen und haben den Verkehr angehalten. Unter Mithilfe von zwei Grenzbeamten sind wir dann rückwärts zurück und auf den Bus-Fahrstreifen gefahren. Damit begann unser fast Acht-Stunden-Tag am Grenzübergang Malaysia/Singapor. 

Beim Grenzaustritt in Malaysia hatten wir keine Probleme. Das Carnet wurde abgestempelt und auf ging es über die Grenzbrücke gen Singapore. Jetzt waren wir schlauer und nahmen direkt den Bus-Fahrstreifen. Wir beide wurden getrennt. Carsten blieb mit Reisepass und Carnet bei “Kumpel” und Manni musste wie alle anderen Fuß- und Buspassagiere in den Immigrationsbereich. Dort war es sehr voll und dauerte bis zum Eintritt nach Singapore an die eineinhalb Stunden. Wieder vereint, kam ein Offizier auf uns zu. Er teilte uns mit, dass es Probleme mit der Einreise von “Kumpel” nach Singapore gibt.
Wir wurden wieder getrennt. Rund 40 Meter Luftlinie voneinander entfernt diskutierte Carsten mit fünf bis sechs Grenzoffizieren. Uns fehlte ein Papier, das „LTA” (Land Transport Authority). Letztendlich wurde entschieden, dass wir zurück müssen. 

Die Seitentore wurden aufgemacht und es ging wieder zurück Richtung Malaysia. Wieder im Immigrationsbereich brachte uns ein Offizier zur Immigration. Für Manni war das kein Problem. Er hatte ja den Stempel von Singapore. Carsten aber nicht und er hatte auch kein Papier bekommen. Ohne das Formular aus Sigapore war keine Einreise möglich. Also erhielten wir die Weisung, zurück nach Singapore zu fahren. Wir wurden zunächst von zwei Polizisten auf Motorrädern 200 Meter gegen den Verkehr eskortiert. Dann waren wir wieder auf der richtigen Spur und fuhren wieder Richtung Singapore.

In Singapore kannten uns die Offiziere ja schon. Wir mussten mitkommen, ins Büro für „Sonderfälle“. Hier wurden wir erneut befragt. Wir erklärten und erläuterten, was uns in Malaysia gesagt wurde. Wir mussten auf den Wartebänken Platz nehmen, unsere Reisepässe mussten wir zur Prüfung abgeben. Carsten wurde dann mit Foto und Fingerabdrücken registriert. Nach circa 20 Minuten hatten wir die notwendigen Papiere in der Hand. Zurück am “Kumpel” wurde wieder das Seitentor für uns geöffnet und es ging zurück zur Grenze nach Malaysia. Hier kannten wir die Wege ebenfalls bereits. Wir wurden direkt zur Immigration gebracht. Am Sonderschalter wurden unsere Pässe geprüft und wir bekamen unsere Eingangsstempel. So weit, so gut. Was noch fehlte waren die Stempel im Carnet. Unglaublich. Um es kurz zu machen, auch dieser Prozess dauerte wieder fast eine Stunde. Wir glauben, es war auch etwas Inkompetenz im Spiel. Fix und Fertig haben wir dann den Grenzbereich nach fast acht Stunden verlassen und waren wieder in Malaysia. Na bravo. 

Wie geht es weiter?

Wir hatten zwischenzeitliche Kontakt zu unserem Shipping-Agenten Raymond aufgenommen. Zwanzig Minuten später war er vor Ort und wir konnten uns austauschen. Währenddessen kamen einige Mitarbeiter von einem nahegelegenen China-Restaurant, um sich ”Kumpel” anzuschauen. Wie immer zeigten wir unsere Route. Da wir nach unserem Trip sehr hungrig waren, gingen wir mit Raymond und den Mitarbeitern zum Restaurant. Wir waren erstaunt, dass uns die Speisekarten weggenommen wurden. Nach den Getränken wurde uns eine bunte Vielfalt der chinesischen Küche serviert. Als wir zahlen wollten, hieß es, wir wären Gäste des Hauses. Selbst Raymond, der Asien gut kennt, war so etwas noch nicht passiert. Wir bedankten uns herzlich. Es zeigt sich immer wieder, wohin Freundlichkeit und die Zeit für Fragen von interessierten Menschen führt. Zurück kommt so viel. 
Etwas außerhalb der Stadt Johor haben wir auf einem Rastplatz unser Quartier für die Nacht aufgeschlagen. 

Die Nacht verlief, aufgrund einer kleinen Motorradgang, etwas unruhig. Aber das war jetzt nicht unser Problem. Wir wollten weiter und eine Lösung für die Verschiffung von Kumpel finden. 

Es regnete. In Malaysia war Monsunzeit. Wir fuhren wieder Richtung Johor Bahr. An der ersten großen Mall wollten wir einkaufen. Wir mussten dringend unsere Vorräte an Brot, Kaffee und allem weiteren auffrischen. Auf den Parkplatz des Einkaufszentrums rauf zu fahren war einfach. Aber runter kamen wir nicht mehr.
Alle Ausfahrten waren mit Dächern versehen, die zu flach für “Kumpel” waren. Es war echt der Wurm drin. Wir sahen den Zulieferbereich der Mall. Dieser war mit einer Absperrung versehen. Wir haben die Absperrung dann einfach geöffnet und konnten so die Mall verlassen. 

Wir trafen uns mit Raymond an seinem Lieblings-Frühstücks-Café. Es wurden wieder die Möglichkeiten des Weiterkommens erörtert. Raymond hatte dann ein bereits terminiertes Meeting und wir nutzten die Zeit für Wäsche und Büroarbeit.

Neue Hilfe in Sicht

Wir waren auf der Suche nach Wasser, als ein junger Typ vorbei fuhr und fragte, woher wir sind. Wir fragten ihn, wo wir Wasser finden konnten und er brachte uns zu seinem 30 Meter entfernten Haus. Hinter der ferngesteuerten Toreinfahrt kam eine “kleine” Villa zum Vorschein. Auf dem Hof gab es Wasser, einen AMG-Mercedes, eine Harley und Oldtimer. Wir hatten den perfekten Standplatz. 
Sean, so hieß der hilfsbereite “Typ”, hinterfrage weiter, was wir hier machen. Wir erzählten von unserem Problem mit der “Kumpel”-Verschiffung. Er war sofort Feuer und Flamme und wollte bei der Lösung unseres Problems helfen. Sean erzählte uns, dass er ständig Oldtimer der 50-60er Jahre aus den USA nach Asien verschiffte. Sofort wurde “Kumpel” vermessen und Sean begann sein Netzwerk abzutelefonieren. Nach knapp zwei Stunden folgten wir Sean in seine Firma. Es war ein Gebäude mit großem Innenhof auf dem viele Oldtimer standen. Wir halfen ihm beim Umzusetzen eines Oldtimers und durften das Bad zum Duschen nutzen.

Wir bekamen einen Anruf von Raymond und er kam, nachdem wir ihm unseren Standort per Whats-App übermittelt hatten, zu uns. Wir machten Sean und Raymond miteinander bekannt. Je mehr Hilfe wir hatten eine Lösung zu finden, desto besser.

Wir fuhren mit Raymond zu ihm nach Hause. Er wohnte in einer gesicherten Wohnsiedlung mit Security. Wir lernten Raymonds Familie kennen. Mit seiner Frau, seinem Sohn, seine 84-jährige Mutter und Raymond fuhren wir zu einem Restaurant zum Essen. Für uns war es sehr interessant zu sehen, wie eine Familie in Malaysia lebt und sich verhält. Nach dem Essen wollte Raymond uns noch seine Stadt – Johor Bahru – zeigen. Zusammen fuhren wir zum Königspalast und anschließend zum Nachtmarkt. Es gab sogar noch einen Absacker in einem „German Beer-Pub“. Gegen halb zwei erreichten wir “Kumpel”, der neben Raymonds Haus geparkt war. Wir durften über Nacht stehen bleiben. Die Gastfreundschaft war uns „fast“ etwas unheimlich.

Nach einer kurzer Nacht wurden mit der Familie und Freunden des Sohnes noch Fotos mit und am “Kumpel” gemacht. Wir verabschiedeten uns von der Familie und fuhren mit Raymond und seiner Mutter zum Frühstücken in deren Stammcafé. Dort trafen wir auf zwei seiner Freunde. Die Frühstücksrunde wurde mit der Zeit immer größer. Auch Sean kam durch Zufall vorbei und setzte sich direkt dazu.
Jeder versucht mit und für uns eine Lösung zu finden. Alle waren sehr interessiert an unser Tour. Gegen elf Uhr haben wir uns dann auf den Weg an die Ostküste Malaysias gemacht. Wir müssen auf konkrete Ergebnisse und Kosten wohl sowieso bis Anfang nächster Woche warten. Somit hängen wir hier in der “Warteposition”. Es gibt mittlerweile verschiedenste Optionen aus unterschiedlichen Ecken. Wir werden allen nachgehen! 

Auf dem Weg an die Ostküste wurden wir vom ersten richtigen Monsunregen überrascht. Wir haben dann 30 Minuten pausiert und sind nach dem Regen weitergefahren. 
An einem urigen Resort haben wir etwas später einen Stellplatz gefunden. Zunächst haben wir eine kleine Mittagspause mit Mittagsruhe eingelegt. Am Nachmittag haben wir Mails bearbeitet und ein kurzes Video von unserer Lage gemacht. Wir haben Abends vor Ort gegessen und hatten eine angenehme Nacht.

Der Tag begann mit der Suche nach unserer Fußmatte, die aber nur fünf Meter entfernt vom Eingang lag. Es fehlte auch eine “Strandlatsche”. Mit Kaffee in der Hand spazierten wir zum Strand. Das Morgenlicht war toll und wir genossen den Start in den Tag. Den fehlenden Latschen fanden wir auch wieder. Wahrscheinlich hatte einer der Affen, die wir am Abend gesehen hatten, ein Spielzeug gesucht. 

Entlang der Ostküste Malaysias setzten wir unsere Tour fort. Wir sahen einige Arbeiter bei der Ölpalm-Ernte und sowie der Longan-Ernte. Die Ölpalme gedeiht am besten in tropischem Klima. Derzeit kommen mehr als drei Viertel des weltweit produzierten Palmöls aus den südostasiatischen Ländern Indonesien und Malaysia. In den 1990er Jahren wurde Palmöl, das Öl der Ölpalmen, hauptsächlich von der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie abgenommen. Hier ist es bis heute ein wichtiger Grundstoff für Margarine, Frittierfett, Schokolade, Tiefkühlpizza, Waschmittel, Kosmetikprodukte und vielem mehr. Im Supermarkt enthält heute fast jedes zweite Produkt das billige Palmöl. Uns wurde bewusst, warum wir hier soviele Monokulturen an Palmen sahen.

Am Hafen in Mersing legten wir unseren ersten Stopp ein. Wir sprachen einen Kapitän an, dessen Schiff gerade beladen wurde. Aus unserer Sicht würde “Kumpel” da schon drauf passen. Der Kapitän sah das anders und es gab hier keine Möglichkeit, auch nicht gegen Geld, uns beziehungsweise “Kumpel” zu verschiffen. Aber wir versuchen alles. Kurz überlegten wir eines der betagten Boote, die im Hafen lagen, wieder flott zu machen. Aber wir bräuchten Bootsbauer, viel Zeit und einen Kapitän. Also war das definitiv auch keine machbare Alternative.

Wir fuhren weiter entlang der Küste. Immer wieder kreuzten Affen unseren Weg. Hinter Rompin sahen wir Hinweisschilder für ein Golf-Beach-Resort. Für einen Samstag nicht schlecht, fanden wir. Auch wenn wir nicht Golfen, einer gepflegten Anlage waren wir nicht abgeneigt.

Zuerst bekamen wir das OK für unseren Stellplatz. Später kam dann der Chef und meinte, dass es doch nicht möglich wäre, hier zu stehen. Dann also weiter. Auf Google-Maps hatten wir zwei Kilometer entfernt eine Carlet-Anlage entdeckt. Dieser Stellplatz war direkt am Strand und stellte sich als sehr schön heraus. Am Nachmittag bekamen wir Besuch von einigen interessierten Jungs. Sie waren alle um die 16 Jahre und hatten deutsch im Sprachunterricht in der Schule. Carsten fuhr mit Ihnen zu einer älteren, deutschen Dame, die in der Nähe lebte. Es gab ein nettes Pläuschchen und Fotos.
Wieder am Strand zurück, kam ein junges Hochzeitspaar auf uns zu. Sie wollten sich am “Kumpel” fotografieren lassen und fragten, ob das ok sein. Selbstverständlich hatten wir nichts dagegen. So verging der Nachmittag schnell. Zum Abendessen waren wir in einem kleinen Strandrestaurant. Es gab Shrimps mit Nudeln. Da wir uns immer noch in einer “Moslem Area” befanden, gab es hier ebenfalls kein Bier. Aber dafür eine ruhige Nacht.

Quer durch Malaysia

Wir starteten dann von der Ostküste quer durch Malaysia in Richtung Westküste. Es sollte heute voraussichtlich noch ein Treffen mit einem Reisespezialisten in Kuala Lumpur geben. So wollten wir schon mal in die richtige Richtung fahren. 

Auf der Strecke sahen wir die Größe der Monokultur der Öl-Palmen. Auf über 150 Kilometern war rechts und links, nichts anderes als Öl-Palmen zu sehen. Natürlich machten wir unsere Frühstückspause ebenfalls unter Palmen. Es war sehr angenehm zu fahren an diesem Sonntag. Wir legten noch einen kurzen Stopp bei einem Einkaufszentrum mit „China-Baumarkt“ ein. Wir deckten uns mit weiteren “Kumpel”-Ersatzteilen ein. Man weiß ja nie. 

Die letzten knapp 80 Kilometer kamen wir an mindestens acht bis zehn Mautstellen vorbei. In Kuala Lumpur fanden wir einen Stellplatz auf einer großen Fläche neben dem „Selangor Turf Club“. Hier haben wir dann einen entspannten Nachmittag verbracht und sind unseren “Büro”-Pflichten nachgekommen. Wir wollen ja auch alle informieren, was bei uns so passiert. 

Gegen Abend haben wir uns dann in Kuala Lumpur mit einem Wohnmobil-Reiseexperten für Asien getroffen. Dieser betreut seit 2004 geführte Reisen mit Wohnmobilgruppen. Wir konnten einige Tipps und Kontakte mitnehmen. Mal schauen, ob sie helfen. Klar war aber, dass “Kumpel” das Problem war. Für die Nacht ging es zurück zum Stellplatz an der Pferderennbahn.

Den ersten Kaffee genossen wir bei Sonnenaufgang. Anschließend haben wir die Informationen vom Abend verarbeitet und haben weitere Kontakte geknüpft. Das Gefühl, dass heute etwas passieren würde, lag in der Luft. Mal schauen. Auf alle Fälle haben wir viel telefoniert, Anfragen per Mail gestartet und jede Menge Whats-App verschickt. 

Bei einem Rundgang um unseren Stellplatz, haben wir das „Palace Of The Golden Horses“ entdeckt. Ein Hotel mit Ballsaal und Veranstaltungsbereich. Das Renngelände selbst war leider nicht zugänglich.
Und dann hieß es warten und sich in Geduld üben. Gar nicht so einfach, wenn man “einfach” weiter möchte. Ein netter Zeitvertreib war das Live-Interview mit Radio Lübeck, das wir am Abend führten.
Das Gefühl, dass sich heute etwas in Richtung Problemlösung tut, wurde erstmal nicht bestätigt. 

Auf Optionssuche

Am Morgen waren immer wieder Einheimische zu Besuch am “Kumpel”. Sie waren alle sehr interessiert an uns und an dem was wir tun. Den Vormittag nutzten wir für E-Mails und unserer täglichen “Büroarbeit”. Carsten absolvierte noch einen zehn Kilometer Lauf im Umfeld der Rennbahn. 

Abwarten ist nichts so Carstens Sache und wir fingen dann an, unseren Kontakten etwas Dampf zu machen. Und siehe da, kaum waren die Mails und WhatsApps rausgeschickt, bekamen wir die ersten Rückmeldungen. Für den Nachmittag wurden gleich zwei Termine vereinbart. Nachdem wir alles eingepackt hatten starteten wir Richtung Port Klang.

Der erste Termin fand direkt in Port Klang bei einem Logistikunternehmen statt. Der Kontakt zur General Managerin Susan war über Raymond aus Johor zustande gekommen. Es wurde über Flat Rack, RoRo-Shipping und vieles mehr gesprochen. Ein Flat Rack ist ein Container der meist zwei Stirnwänden, jedoch keine Seitenwände und kein Dach hat. Flat Racks, Open Top Container und Kühlcontainer werden auch als Spezial-Equipment bezeichnet. Leider sind die Frachtkosten höher, als die der Standardcontainer. Die RoRo-Schiffe, vom englischen Roll on Roll off, sind Schiffe, die bewegliche Güter im RoRo-Verfahren transportieren. Dies bedeutet, dass die Ladung auf das Schiff gefahren wird. Hierzu haben die Schiffe befahrbare Decks, auf die die Ladung gerollt werden kann.
Auch die Möglichkeiten der Verschiffung nach Indonesien oder direkt nach Australien wurden erörtert. Kosten und die möglichen Termine sollen wir bis morgen Nachmittag erhalten. Wir sind gespannt und fuhren weiter zu unserem nächsten Termin. 

Nach 40 Minuten waren in Klang-Selangor, bei einem weiteren Transportunternehmen. Dort trafen wir Roshida Ahmad, den Managing Director. Diesen Kontakt hatten wir über Fredericke, Carsten Tochter aus Australien und deren Freundin Anka aus Deutschland. Hier fühlten wir uns sehr gut aufgehoben. Alles machte einen kompetenten Eindruck und die notwendigen Recherchen waren bereits gemacht. Wir erhielten zwei konkrete Optionen inklusive Informationen zu Kosten und Terminen. Wir vereinbarten uns zeitnah zurück zu melden. Mal schauen, was wir noch an Angeboten bekommen. Aber es geht vorwärts, zum Glück!

Im Abendverkehr ging es dann wieder zurück zu unserem Stellplatz in Kuala Lumpur. Auf dem Weg dorthin haben wir an einer Mall etwas gegessen und Lebensmittel eingekauft. Die Mall war leider nicht die beste Wahl. Für heute halb so schlimm. Am Abend diskutierten wir alle Optionen und waren uns sicher, dass wir morgen, also am 15. Januar, eine Entscheidung treffen würden. 

Der Tag der Entscheidung

Bereits beim Frühstück hatten wir viel Gesprächsstoff. Es ging um die Entscheidung der Verschiffung, eine eventuell große Spende aus Spanien, um unser Australien Visa und vieles mehr. Wir telefonierten mit der VISA-Abteilung in Australien um ein paar Auskünfte einzuholen. 

Von einem weiteren Besucher am “Kumpel” erhielten wir den Tipp vom Golden Horse Palast direkt mit dem Boot in eine große Mall zu fahren. Das war doch was, entschieden wir und 30 Minuten später ging es los. Die Fahrt dauerte knapp 15 Minuten und wir haben einen schönen Eindruck von der Umgebung bekommen. Das Boot konnte leider wegen Niedrigwasser nicht in die Mall fahren aber an die Mall.

Dort haben wir ein bisschen gebummelt und einen Lunch zu uns genommen. Nach zwei Stunden sind wir dann wieder zurück gefahren und haben im Gesundheits-Centrum noch einen Massage Termin vereinbart. Um 17 Uhr startete Carsten zum chinesischen Gesundheitscheck und zur Massage. Zwei Stunden später war er entspannt zurück. Sein Befund war gut und er war optimistisch den „Löffel“ wohl noch nicht schnell abgeben zu muss.

Wir hatten mitbekommen, dass das heute ein Pferderennen auf “unserer” Rennbahn stattfinden sollte. Da wir viele Menschen zur Anlage gehen sahen, beschlossen wir, dies auch zu tun. Wir kauften zwei Tickets. Es gab viele Wettschalter und Info-Monitore. Heute waren die Rennen “South Afrika” und “Hongkong” angesagt. Wir ließen uns zunächst treiben und stärkten uns mit landestypischem Essen. Carsten wollte dann zu den Pferde an die Bahn. Da hatte Carsten die Information, dass die Rennen “nur” live übertragen wurden, wohl irgendwie nicht wahrgenommen. Tja, es gab hier keine Pferde auf der Rennbahn. Aber Live-Berichte und Bilder aus South Afrika und Hongkong. Die Anwesenden kommen hier nur zum Wetten hierher. Jetzt waren wir schon mal hier und dann wollten wir auch einmal wetten. Der Wettablauf war schnell erklärt und wir tätigten am Wettschalter direkt eine 4er-Einlaufwette. Carsten hat also die Plätze ein bis vier getippt. Wenn schon, denn schon. Leider sind wir ohne den Geldbatzen zurück zum Platz, aber dafür hatten wir eine nette Abwechslung. Zurück am Platz haben wir dann unsere nächsten Schritte festgelegt.

Für welchen Transportweg wir uns letztendlich entschieden haben, werden wir Euch in Ruhe berichten.

Euer Carsten und Euer Manni

Das Abenteuer Thailand beginnt

Unsere erste Nacht in Thailand war sehr warm und ab vier Uhr morgens startete der Besucherverkehr auf dem Tankstellengelände, auf dem wir nächtigten. Kaum waren wir wach, kamen schon einige Menschen und waren sehr interessiert an “Kumpel” und uns. Wir bekamen sogar eine Honigmelone geschenkt. Dann ging es für uns los auf die Suche nach einer Möglichkeit, “Kumpel” wieder fit zu machen. Die Stoßdämpfer waren hinüber und die Blinker und Scheibenwischer funktionierten wieder nicht.

Wir versuchten es an diversen Stellen. Dann, rund drei Kilometer vor Tak, sahen wir einen großen Track-Service. Wir erklärten einem jungen Mann unser Problem. Er legte sich mit Carsten unter den “Kumpel” und sah Handlungsbedarf. Da wir aber bei einem Reifenservice gelandet waren, konnte uns hier nicht direkt geholfen werden.

Der junge Mann zeigte uns, mit dem Fahrrad vorausfahrend, den Weg zu einer Werkstatt, die uns seiner Meinung nach helfen konnte. Wir waren gespannt. Kaum waren wir angekommen, war “Kumpel” auch schon von seinen Hinterrädern befreit. Tja, und da war es, das Problem: Beide Träger-Holme waren gebrochen.

Für viele Fahrzeuge heißt das: Verschrotten! Nach längerer Diskussion innerhalb des Werkstatt-Teams und durch Carsten motiviert, wurde telefoniert.
Juhu! “Kumpel” sollte noch eine Chance bekommen. Wir wurden in eine rund sieben Kilometer entfernte, typische „Schrauber-Werkstatt“ geleitet. Auf dem Hof der Werkstatt wurde “Kumpel” zunächst begutachtet. Dann die gute Nachricht: Die Mitarbeiter des Familienbetriebs nahmen sich “Kumpel” an. Ihrer Aussage nach innerhalb der nächsten sieben Tage. Wir wussten ja, dass hier in Thailand über den Jahreswechsel vier bis fünf Tage gar nichts passieren würde. Die Chefin der Werkstatt wurde immer freundlicher. Sie holte ihre Tochter, die besser Englisch sprach und gerade zuhause im Kurzurlaub war. Sie half uns, die eine und andere Frage zu klären. Während der Lunchpause der Mechaniker packten wir unsere Taschen. Wir mussten ja wohl in ein Hotel ziehen. Nach der Pause kam die Chefin zu uns und versprach, alles daran zu setzen, dass “Kumpel” morgen, am 30.12., fertig repariert sein würde. Wir waren sehr glücklich und machten uns auf ins Hotel

„Kumpel“ ist gerettet

Direkt nach dem Frühstück fuhr Carsten mit dem Fahrrad direkt zur Werkstatt. Mit Blumen für die Chefin und Arbeitshandschuhen für die Mitarbeiter im Gepäck. Und wirklich, “Kumpel” war fast fertig! Über Nacht hatte die Mannschaft ganze Arbeit geleistet. Die Blumen ließen bei der Chefin einige Tränen fließen und die Mitarbeiter waren so glücklich über die Arbeitshandschuhe, dass diese sofort angezogen wurden. Es folgte eine Probefahrt mit dem wieder Instand gesetzten “Kumpel”. „Alles ok“ war Carstens Fazit. Die Rechnung für ein Team aus drei “Schraubern” und einem Elektriker inklusive Nachtschicht war so bescheiden, dass wir uns fast schämten. Das Team hat auch nur auf ausdrückliches Drängen, ein zusätzliches Trinkgeld angenommen. Alle waren sehr stolz auf das Geleistete. Es wurden Fotos gemacht und alle verewigten sich auf “Kumpel”.

Manni war in der Zwischenzeit auf dem Markt gewesen. Nun konnte die Tour weitergehen. Wahnsinn, wer hätte das gedacht. Wir hatten in iOverlander einen Platz rund 100 Kilometer entfernt entdeckt, den wir ansteuerten. Der Stellplatz lag bei Tambon Nakhon Chum, direkt am River „Mae Nam Ping“. Wir hatten einen schönen Stellplatz in einem Resort gefunden. Dieser war knapp 50 Meter vom Fluss entfernt und sehr schön gelegen. Viele Tiere waren zu hören, aber sonst war es ruhig. 

Am Nachmittag haben wir angefangen, “Kumpel” vom restlichen roten Staub des Asien-Highway zu befreien. Fertig geworden sind wir nicht. Innen ist noch das ein oder andere rote Sandkorn in den Ritzen zu finden. Nach einem kleinen Spaziergang haben wir uns einen leckeren Fisch gegönnt und saßen noch lange draußen am “Kumpel”

Beim Frühstück am nächsten Morgen haben wir beschlossen, über Silvester hier zu bleiben. Wir wollten die ”Kumpel”-Grundreinigung zu Ende bringen. Dazu bot sich unser Stellplatz hier wirklich an. Wir hatten Ruhe, Wasser und eine freundliche Gastgeberin.

Einfach mal Silvester verschlafen

So verbrachten wir Silvester mit einem Großputz. Sogar die Bettwäsche konnten wir im Resort waschen lassen. Alles war sauber. Zum späten Mittagessen machten wir uns einen Topf mit Nudeln “all’arrabbiata” und wir waren zufrieden. Am Abend machten wir einen längeren Spaziergang. Die Restaurants in der Gegend waren überwiegend geschlossen und so haben wir uns gegen halb zehn in unsere Kojen verzogen und das thailändische Silvester verschlafen.
Dafür waren wir am Neujahrsmorgen bereits um halb sechs wach und haben per FaceTime mit unseren Frauen das alte Jahr verabschiedet und das neue Jahrzehnt begrüßt. WILLKOMMEN 2020!

Das Morgenlicht war sehr schön. Wir widmeten uns in der freien Natur ausgiebig unserer Körperpflege. Alle anderen Gäste lagen noch in den Federn. Gegen sieben Uhr kam dann die Resort-Chefin und überraschte uns mit einer sehr wohl schmeckenden Frühstückssuppe. Diese war nach unserem ersten Kaffee genau richtig, um gestärkt in den Neujahrstag zu starten. 

Auf ging es Richtung Bangkok. Einen kleinen Zwischenstopp legten wir bei einer Schneiderin ein. Carsten musste eines seiner Lieblingsshirts flicken lassen. Er hatte nämlich wiedermal Bekanntschaft mit einem Vierbeiner gemacht.
Wir fuhren auf dem Asien-Highway AH 1 + AH 2. Rechts und links des Highways gab es immer wieder Verkaufsstände. Wir hätten gerne unseren LPG-Gas-Vorrat aufgefüllt, hatten aber an drei Stationen kein Glück. Die Systeme passten nicht.
Wir fuhren quer durch Bangkok und blieben auf den Hauptverbindungsstraßen. Auf dem Weg raus aus der Stadt hielten wir an einem Baumarkt. Wir benötigten noch etwas Material, um “Kumpel” auch optisch wieder herzurichten.

In Sarmut Songkhram, rund 70 Kilometer hinter Bangkok, haben wir dann einen schönen großen Platz an einem See entdeckt. Beim angrenzenden, traditionellen Thai-Restaurant holten wir uns die Genehmigung, die Nacht hier zu verbringen. Gegessen haben wir natürlich im Restaurant. Das Essen war sehr lecker. Anschließend  spazierten wir die 300 Meter ans Meer. Dort picknickten viele Familien. Leider sahen wir auch Berge von Styropor und Plastikmüll, der gesammelt wurde. Wir liessen den Abend entspannt ausklingen.

„Kumpel“ wieder auf der Hebebühne

Unsere Nacht war sehr gut und den ersten Kaffee genossen wir recht früh am 02. Januar 2020. Wir wollten noch den Unterbodenschutz von “Kumpel” anbringen. Unser Wagenheber hob aber “nur” 1,8 Tonnen und das war uns dann doch zu gefährlich, uns da drunter zu legen. Also fuhren wir an der Küste entlang weiter und hielten Ausschau nach einer Werkstatt. Wir waren noch nicht weit gekommen, da sahen wir eine Reifenwerkstatt mit Hebebühne. Dort sind wir gleich rangefahren. Wir fragten, ob wir die Hebebühne für “Kumpel” benutzen dürften und dass wir diese eine Stunden bräuchten. “No problem”, war die Antwort. Also, “Kumpel” hoch und die Räder hinten ab. Aus der einen Stunde wurden zwei, aber der Unterboden dafür top. Von den ehemaligen Holmbrüchen war nichts mehr zu erkennen. Da hatte das Werkstatt-Team wirklich tolle Arbeit geleistet. Zwischenzeitlich hatten wir das Interesse einiger Kunden auf uns gezogen. Einer wollte uns mit zwei kleinen „Red Bull“ wohl Flügel verleihen und alle wollten wissen, woher wir kommen und wohin wir wollen. Als wir zahlen wollten, wollte der Inhaber der Hebebühne nichts annehmen. Wir sagten Danke und haben die Trinkgeld-Box etwas gefüllt. 

Salzbecken und Tempel

Weiter ging es an der Küsten entlang. Es war schon Mittag und wir brauchten eine Stärkung. An einigen Wasserbecken stand ein kleines Restaurant. Es gab Muscheln in unterschiedlichen Varianten. Wir entschieden uns für frittierte Muscheln auf Bambussprossen zum „Frühstück“, denn das war heute ausgefallen. Auch das erste Thai-Bier schmeckte nach der Arbeit vom Vormittag.

Der Inhaber des Restaurants hatte uns in der Zwischenzeit auch darüber aufgeklärt, wofür die ganzen Wasserbecken genutzt werden. Erst hatten wir gedacht, dass es sich um Aquakulturen für Garnelen, Muscheln oder Fische handelte. Das war aber falsch gedacht. Die Becken dienten der Meersalzgewinnung. Wieder auf Tour, konnten wir die Salzbecken und die Salzgewinnung von der Straße aus verfolgen.

Für einen Kaffee hielten wir in Laem Phak Bia – Chang Wat Phetchaburi bei einer großen Tempelanlage. Allerdings wollten wir heute noch etwas Strecke machen und hatten uns bei iOverlander hinter Hua Hin, den Pranburi Forest Park-Campsite, ausgesucht. Es war ein schöner Naturpark direkt am Meer. Der Park hatte eine gute Infrastruktur für Camper. Also perfekt für uns. 

Von unseren Lieben zu Hause hatten wir gehört, dass es in Indonesien schwere Unwetter mit viel Regen gab. Indonesien war auf der geplanten Route unser übernächstes Land. Daher wollten wir gewappnet sein und mussten das Dach von “Kumpel” richtig dicht bekommen. Seither war das kein Thema gewesen. Wir hatten auf der gesamten Strecke nur rund zwei Stunden Regen bis jetzt. Also, rauf aufs Dach. Mal gut, dass wir uns im Baumarkt bereits mit Material eingedeckt hatten. Nach gut eineinhalb Stunden hatte es Carsten geschafft. Ob es hält, werden wir dann „live“ erleben. Wir gönnten uns in einer Pizzeria eine Pizza aus dem Steinofen und beendeten den Tag.

Deko für „Kumpel“, Essen für uns

Am nächsten Morgen waren wir bereits um 4:30 Uhr wach und haben die Ruhe und die Wellen des Morgens genossen. Nach einer kühlen Freiluftdusche mit einem ersten Kaffee starteten wir in den Tag. Beim Frühstück haben wir einige ToDos besprochen, die wir entsprechend an unser Team weitergaben.

Gegen 8 Uhr starteten wir dann unsere Tagestour Richtung „Thani“ zum Wild Camping Spot „Quiet Spot“. Unterwegs in Chumphon haben wir dann mal wieder den Kühlschrank aufgefüllt und für den Abend Fisch eingekauft.
Carsten hat sich noch eine Schmuckgirlande gekauft, da kommt das Floristenherz wieder durch und diese gleich im „Kumpel“ aufgehängt. An unserem Tagesziel angekommen, mussten wir leider feststellen, dass dieser Stellplatz eher einem Müllplatz glich. Das kam für uns nicht in Frage und wir fuhren weiter. Kurz darauf sahen wir ein kleines Resort am Strand. Wir haben uns dort vorgestellt, erzählt wer wir sind und was wir machen und haben dann wie immer gefragt, ob wir bleiben dürfen. Ja, wir durften. Nach einer Carsten-Jogging-Runde haben wir am Abend unsere Fische auf dem Rost gegrillt. Lecker! Satt und zufrieden sind wir dann ins Bett.

Früh am nächsten Tag teilten wir uns auf. Carsten war mit “Büroarbeit” beschäftigt und Manni ließ sich von den Lichtstimmungswechseln am Strand faszinieren. Nach einem ruhigen Frühstück kam der Juniormanager des Resorts, der Sohn des Besitzers. Er war 42 Jahre alt und interessierte sich sehr für “Kumpel”. Es wurde alles dokumentiert und “Kumpel” wurde ein Aufkleber mit der Zahl „956“ verpasst.


Exkurs – Die Bedeutung der Zahlen

5 = In der chinesischen Philosophie, Medizin und Magie nimmt die Zahl 5 eine herausragende Stellung ein. Sie kennt fünf Farben, fünf Sinne, fünf Tugenden, fünf Elemente (neben Feuer, Wasser, Erde gibt es zusätzlich Holz und Metall). Auch die Körperorgane werden in fünf Gruppen unterteilt. Tatsächlich sind nach traditioneller chinesischer Vorstellung nahezu alle Aktivitäten des Menschen und sämtliche Erscheinungsformen der Natur in fünf Kategorien zusammengefasst. 

Die 6 ist die weibliche Zahl der Ehe. Sie ist das Produkt aus der 3, der ersten anerkannten ungeraden Zahl, und der 2, der ersten geraden Zahl, während die 5 die Summe dieser beiden Zahlen ist. Und tatsächlich ergibt sich die 6 aus der Addition der ersten drei Grundzahlen: 1, 2 und 3.

6 = Für Pythagoras bedeutete die Zahl 6 Perfektion. Sie ist die erste Zahl, deren Divisoren (1, 2 und 3) addiert der Zahl selbst entsprechen; auch aus der Multiplikation der Divisoren ergibt sich wiederum die Zahl 6. Der Gelehrte Philon von Alexandria stellte zu Beginn der christlichen Ära die Behauptung auf, dass die Erschaffung der Welt deshalb sechs Tage dauern musste, da die 6 die vollkommenste und schöpferischste aller Zahlen sei. Der Kirchenlehrer Augustinus kam ebenfalls zu dem Schluss, dass Gott die Welt nur deshalb in sechs Tagen erschaffen habe, weil diese Zahl Vollkommenheit symbolisierte, und nicht, weil der Herr nach sechs Tagen mit seiner Arbeit fertig gewesen sei

9 = Seit Langem steht diese Zahl für Universalität. Während die 1 als bereits in allen Zahlen enthalten galt und daher von den Pythagoreern praktisch nicht als Zahl betrachtet wurde, war die 9 imstande, sich in jede Zahl zu verwandeln, und blieb trotzdem gleich. Sie symbolisiert deshalb die letzte Unvollkommene vor der Vollkommenheit (der 10). Als letzte von den Einerzahlen, aus denen sich alles zusammensetzt, steht sie für eine umfassende Weltsicht. Im Mittelalter war die 9 als dreimalige Dreifaltigkeit noch stärker als die Zahl 3.

Quelle


Das Meer genießen

Gegen neun Uhr fuhren wir weiter auf die Westseite Thailands, Richtung Krabi. Unterwegs bekamen wir bei unserem Tankstopp wieder drei Flaschen Wasser geschenkt. Bei einem weiteren Halt erstanden wir eine frische Melone. Eigentlich wollten wir nur ein Stück, aber wir hatten eine ganze bezahlt und die resolute Verkäuferin bestand drauf, dass wir die ganze Melone mitnahmen. In Cang Wat Krabi besuchten wir beide dann einen Friseur. In Krabi haben wir uns etwas umgeschaut, einen kleinen Meeresfrüchtelunch gegessen und sind dann weiter der Küste entlang gefahren.

Nach knapp 100 Kilometern haben wir „Vao Beach“ erreicht. Es war ein Tipp aus iOverlander und endlich wieder mal ein Volltreffer. Kaum hatten wir in der ersten Reihe zum Meer geparkt, waren wir schon im fast 30 Grad warmen Meerwasser baden. Wir verbrachten einen entspannten Abend am Strand vor unserem “Kumpel”. Der Sonnenuntergang war einfach traumhaft.

Unserer heutiger Morgen begann mit einem Bad im Meer. Genauer in der Andaman-See am Vao Beach. Die Wassertemperatur war wärmer als die Luft. Es war einfach herrlich. Kurze Zeit später brachen wir Richtung malaysische Grenze auf. Die Fahrt über die gut ausgebauten Straßen und den Highway (AH 2) war entspannt und ereignislos. Auf einem Berg in der Nähe von einigen Elefantenskulpturen haben wir gefrühstückt und eine Kokosnuss gekauft. Rund 50 km vor der Grenze haben wir nochmal vollgetankt und die Wasservorräte aufgefüllt.

Im Grenzgebiet sind wir zunächst zur Immigration von Thailand und haben ausgecheckt. Weiter ging es zum “Custom” für “Kumpel”. 100 Meter weiter begann dann, in einer Area mit prachtvollen Gebäuden, die Abwicklung für die Einreise nach Malaysia. Wir wurden zu den Bussen & Vans gewiesen. Alles verlief problemlos. Wir fuhren weiter zur letzten Station der Grenze. Hier wurde nach unserem Carnet gefragt. Da wir keine Hinweise gesehen hatten, hatten wir dies beim “Custom” nicht abstempeln lassen. Also wurde telefoniert. Wir wurden zum Zoll begleitet. Dort wurde alles komplikationslos registriert und abgestempelt. Sowohl bei der Ausreise aus Thailand, als auch bei der Einreise nach Malaysia waren alle sehr freundlich und wünschten uns eine gute Weiterreise.

Was wird Malaysia für Überraschungen für uns bereit halten?
Wir werden berichten.

Euer Carsten und Euer Manni

Freundlicher Empfang in Myanmar

Am 16. Dezember um 9:30 Uhr verließen wir Indien über die Grenzbrücke nach Myanmar. 
Nach allem, was wir aus diversen Quellen gehört hatten, sollte es jetzt spannend werden. Als Selbstfahrer mit Camper und vor allem ohne Guide nach Myanmar einzureisen war anscheinend mutig. Aber es kam anders!

Wir wurden sehr freundlich an dem kleinen Grenzübergang auf der Myanmar-Seite begrüßt. Ein Formular mussten wir ausfüllen und unsere Reisepässe, E-VISA und das Carnet vorzeigen. Wir lernten das erste Wort auf burmesisch: „ming-guh-la-ba“, was Hallo heißt und das zweite Wort: “jày-zú ding-ba-de“; Danke! Dann wurde noch von jedem von uns ein Foto gemacht und wir waren in Myanmar. So einfach kann es sein. Man muss sich nur trauen.

Myanmar, das ehemalige Burma, ist so ursprünglich wie wohl kein zweites Land in Asien. Jeder Reisende schwärmt von der Herzlichkeit seiner Bewohner und den sagenhaften Sehenswürdigkeiten ehemaliger Königsstädte und der immergrünen Berglandschaften. Unser Eingangstor ins Land war die Friend-Ship-Bridge zwischen Moreh in Indien und Tamu in Myanmar.

Der mächtige Fluss „Irrawaddy“, der das Land wie eine Lebensader von Nord nach Süd durchströmt, bietet ein Besuch der „großen Vier“, der sehenswertesten Orte: Yangon, Bagan, Mandalay und dem Inle-See. Es gibt eine Vielzahl an kulturellen Sehenswürdigkeiten und intakter Natur. Wir haben drei der wichtigsten Orte gesehen. Yangon, die Hauptstadt, haben wir ausgelassen.

Land und Leute, Straßenzustand, Sprachen

Da das Land und dessen Einwohner viele Jahre vom Rest der Welt abgeschottet waren, sind die vielen ausländischen Touristen für den Großteil der Bevölkerung eine völlig neue Erfahrung. Genau deswegen sind die Menschen wohl so interessiert und versuchen mit jedem Reisenden ins Gespräch zu kommen – auch wenn die meist große Sprachbarriere eine tiefgehende Unterhaltung unmöglich macht. Die Menschen in Myanmar sind sehr gastfreundlich, zuvorkommend und höflich. Viele Menschen leben noch sehr ursprünglich. Das hat das Land und die Menschen unglaublich spannend für uns gemacht. Wäre nicht überall, auch in den Dörfern, viel Werbung und viele, viele Motorradfahrer, dann könnte man schon mal glauben, dass man um 50 bis 70 Jahre zurück versetzt wurde.
Es wird viel gewunken, ob auf dem Land oder in der Stadt. Auch die Kinder auf dem Schulweg haben immer gewunken. Wir haben uns immer gefreut und fleißig zurück gewunken.

Der Straßenzustand war, bis auf ganz wenige Ausnahmen, wirklich gut und kein Vergleich zu Indien. Auch der Straßenverkehr an sich ist entspannt. Es gibt keine Hektik und man hält sich an Verkehrsregeln. Hier hat Autofahren Spaß gemacht. Bis auf eine kleine Ausnahme. Auf den letzten rund 120 Kilometern des ASIEN HYW / AH 1 Richtung der thailändischen Grenze wurde im großen Stil gebaut. Pech für uns. Hier hatten wir wieder tiefe Löcher in der Straße, viele Brücken waren einspurig und was am schlimmsten war, überall der rote Staub. Er war in Pulverform, wie Puderzucker und war überall im und um den “Kumpel” zu finden.

Die Sprache und die Schriftzeichen, sind ein Problem für uns. Da auf dem Lande „fast“ kein Englisch gesprochen wird, muss die Körpersprache herhalten.

Zwei Beispiele:

Wir haben in einem großen Meditation-Zentrum übernachtet und wissen bis heute nicht, bei wem wir da waren. Es sprach keiner Englisch und es gab auch kein einziges Schriftzeichen, was für uns lesbar gewesen wäre.

Einmal nutzten wir auf dem Lande eine Wiese als Stellplatz. Am Abend kamen plötzlich einige Bauern und sechs Polizisten. “No Englisch!”.  Wir zeigen die Weltkarte auf “Kumpels” Motorhaube und das Innenleben von Kumpel. Wir sind freundlich und offen. Auch an diesem Abend lief die Kommunikation ausschließlich über die Körpersprache. Irgendwie ging es dann immer.

Klima und Stellplätze

Das Klima war angenehm tropisch, als wir vor Ort waren. Die Temperaturen bewegen sich im Schnitt tagsüber um die 25 Grad Celsius. Das kam uns auch beim Übernachten entgegen.

Stellplätze gibt es hier auch keine. Jeden Tag ist man am Nachmittag erneut auf der Suche nach einem. Immer die Frage: “Wo können wir heute Nacht stehen?”. Wir fanden unsere Stellplätze an Guest-Houses oder auf Hotel-Parkplätzen, an Tankstellen, Polizei-Stationen oder im Meditationszentrum von Mönchen. Es ist Kreativität gefordert und fragen sollte man auch. Dann klappt es mit einer ruhigen Nacht.

Fast überall war im Vorfeld unserer Reiseplanung zu Lesen, dass man nicht auf eigene Faust mit einem Camper losfahren soll. Sondern immer eine Agentur in Anspruch nehmen soll. Dies kosten pro Person an die 2.000 US Dollar und mehr. Das wollten wir nicht investieren und haben es so gewagt! Und es hat geklappt. 
Allerdings sollte man unbedingt auf die „Restricted Areas” achten und sich hierbei nicht auf „Google Maps“ verlassen, sonst fährt man schnell man 200 Kilometer zurück.

Bei der Ausreise aus Myanmar wollte man unser „Carnet de Passage“ sehen. Bei der Einreise hatte es keiner haben wollen. Die Diskussion mit den Grenz-, Zoll-, Immigrationbeamten sowie der Polis hat etwas Zeit in Anspruch genommen, war aber zum Glück erfolgreich. Also in Zukunft lieber auf Stempel bestehen.

Diesel, Internet und Telefon

Diesel war immer ohne Probleme zu bekommen. 
Eine SIM-Karte von „ooredoo“ haben wir in einem Elektroshop gekauft. Internet 40 GB Datenvolumen für 30 Tage kosten rund 25 €. Man braucht keinen Ausweis. Wir hatten kaum Probleme mit der Kommunikation über das Internet. Ausnahme gab es wirklich nur in ganz abgelegenen Regionen.

Das hat uns in Myanmar besonders gefallen

  • die Freundlichkeit der Menschen und ihr Lächeln
  • die leckere, und lokale Küche
  • die Hilfsbereitschaft
  • freundliche Beamten an „allen“ Stellen – auch wenn es mal Diskussionen gab

Das hat uns in Myanmar nicht gefallen

Das Spucken der Männer auf den Straßen. Es ist bedingt durch Kautabak und die Betelnüsse. Aber das kannten wir ja schon.

Zum Abschluss noch ein paar persönliche Worte:

Carsten, der vor acht Jahren schon einmal in Myanmar war, erkennt die große Zunahme des Tourismus. Wir hoffen, dass sich die Verantwortlichen (Behörden, Hoteliers, Organisationen für Umwelt, etc.) bewusst sind, welches Juwel sie zu hüten haben.

Carsten

Für mich, wer Lächeln schenkt, bekommt es doppelt wieder.

Manni

Das was ich in Myanmar erlebt habe, möchte ich wieder erleben und werde dieses Land erneut besuchen.

Liebe Overland–Reisende, macht es nach und ihr werdet ein wirklich tolles Land kennenlernen.

Euer Carsten und Euer Manni

Guter Start in Myanmar

Nach unserem entspannten Grenzübertritt von Indien nach Myanmar haben wir uns im Grenzort Tamu auf SIM-Kartensuche begeben. An der ersten Station verstand niemand englisch, aber wir bekamen eine eine SIM-Card geschenkt. Leider nur mit 1 GB Volumen, aber immerhin. Da wir nur US Dollar als Zahlungsmittel hatten, haben wir dann an einem Automaten zunächst Myanmar Kyats in bar geholt. Kurz darauf waren wir auch im Besitz einer 40 GB SIM-Card. Das hieß, um 11:00 Uhr hatten wir Cash & SIM und waren wieder voll einsatzfähig. Dann genossen wir an einer Pagode in Tamu ein spätes Frühstück.

Weiter ging die Fahrt Richtung Mandalay. Dort wollten wir in den nächsten zwei Tagen ankommen. Bei einem Zwischenstopp erhielt “Kumpel” eine verdiente Wäsche und wir kauften einige Tools, um unsere Alubox zu reparieren.

Wir befanden uns auf der “India Myanmar Friendship-Road” und hielten an einem kleinen Tempel, um nach einem Stellplatz für die Nacht zu fragen. Zunächst war die Kommunikation etwas schwierig, da der Anwesende kein englisch sprach. Dann kam ein jüngerer Mann, der Lehrer des kleinen Ort und wir konnten erklären, wer wir sind und was wir wollten. Wir durften bleiben und Carsten bekam von einigen Kindern und Jugendlichen aktive Hilfe bei der Reparatur der Kumpel-Aluboxhalterung.

Unterdessen kam der Ortsvorsteher und unter anderem auch zwei Mönche, die meinten: „Not save to stay her.“. Also packten wir zusammen und fuhren zur zwölf Kilometer entfernten Polis-Station, an die wir verwiesen worden waren. Dort wurden wir bereits erwartet und freundlich vom Chief-Commander begrüßt. So hatten wir eine sichere Nacht.

Irgendwo in Myanmar

Nachdem der Mannschaft-Appell der Polis am nächsten Morgen abgeschlossen war, bedankten wir uns und fuhren weiter.

Die erste Stunde begleitete uns der Frühnebel und viele, viele Kinder die zu Fuß zur Schule gingen. In Kale Kyi Kone stoppten wir, um uns die buddhistische Tempelanlage anzuschauen. Über die India Myanmar Friendship-Road ging es weiter ins ländliche Gebiet Myanmars.

Wir hielten zum Lunch an einem der vielen kleinen Restaurants an. Die Küche von Myanmar ist so vielseitig wie die Menschen, die dort leben. Es zeigen sich die zahlreichen Einflüsse aus den asiatischen Nachbarländern, wie zum Beispiel Indien und Thailand. Milde Currys und die indische Küche gehören zum traditionellen Repertoire in Myanmar. Für Vegetarier gibt es ein breites Angebot an Gemüse und Obst. Während Fleisch eine untergeordnete Rolle in der birmanischen Küche spielt, gibt es eine große Auswahl an Fisch und Meeresfrüchten. Wir beide fanden das Essen in „Gangow Thi Si“ vielfältig, aber teuer. Vielleicht haben wir auch den Touristenpreis erwischt.

Nach einer Weile sahen wir etwas Abseits eine Pagode. Eine Pagode ist ein markantes, mehrgeschossiges, turmartiges Bauwerk, dessen einzelne Geschosse meist durch vorragende Gesimse oder Dachvorsprünge voneinander getrennt sind. Es war zwar noch früh am Tag, aber das könnte ein Stellplatz für die Nacht sein. Wir wollten dies prüfen und parkten.

Zuerst fanden wir niemanden der englisch sprach, aber dann wir wurden in eine Richtung geschickt, in der ein riesiges buddhistisches Meditation-Zentrum lag. Es war ein Zentrum für hunderte von Buddhisten. Nach einigen Erklärungsversuchen mit Händen und Füßen kamen wir zu einem großen Platz. Es war eine große Freifläche für den Fuhrpark der Anlage. Ideal für uns. Eine junge Frau holte einen jungen Mann, der unser Anliegen dann auch verstand. Seine Antwort: “No Problem”. Super, wir freuten uns auf ein wenig Entspannung, aber daraus wurde nichts. Einer der oberen Mönche kam zu uns und bat uns, mit ihm zu kommen.
Wir wurden dann rund zwei Stunden durch die weitläufige Anlage geführt. Es war sehr interessant, obwohl der junge Begleiter als einziger nur einige Brocken englisch sprach. Wir sind mittlerweile aber ganz schön fit in der Beherrschung der „Körpersprache“ und so verstanden wir einiges.

Nur, was wir bis jetzt nicht wussten: “Wo sind wir?”. Es gab keine Website, bei google war nichts zu finden und wir hatten keine Hinweise auf Englisch. Burmesisch konnten wir nicht lesen. Die Mönche kamen alle aus Myanmar. Mal sehen, ob wir das Rätsel noch lösen können.

Auch am folgenden Tag fanden wir keine Antwort auf die Frage, „WO SIND WIR HIER?“. Wir suchten weiter. In einem kleinen Dorf haben wir etwas Gemüse und Eier gekauft. Brot gibt es hier nirgends. Nach einem leckeren Spiegelei Frühstück erledigten wir unsere “Büroarbeit” für unser Team im Hintergrund: Informationen zu unserer Tour, Spendenstand, ein neues Video und so weiter. Es gibt immer viel zu tun.

Auf der Fahrt über Land fiel uns heute besonders die Freundlichkeit der Menschen auf. Es gab eigentlich immer ein Winken oder Gruss von den Kinder an der Straße und von den entgegenkommenden Fahrzeugen und Trucks. Auch beim Einkaufen oder an der Tankstelle, gab es immer ein Lächeln für uns. An einer Tankstelle sogar drei Flaschen Wasser als Zugabe.

Wir genossen jeden Kilometer auf den kleinen, ruhigen Landstraßen in Myanmar. Fast haben wir die Verhältnisse in Indien schon vergessen.
An einem Platz im Nirgendwo, neben dem ASIA-HYW AH1, an einem kleinen Wiesenstück blieben wir stehen. Nachdem wir unser Route für Myanmar und unsere Weihnachtsplanung festgelegt hatten, schraubten wir noch ein bißchen an “Kumpel” herum und machten ein Lagerfeuer. Es gab leckere „Möhren-Spaghetti” zum Abendessen. Plötzlich tauchten rund 10 Männer bei uns auf. Davon fünf Polizisten, die wissen wollten, was wir hier machen. Wieder einmal haben wir die Weltkarte auf “Kumpels” Motorhaube gezeigt und wir dürfen in den Feldern stehen bleiben. 

„Lay Kyun Sat Kyar“ – der stehende Buddha

Nach dem ersten Kaffee fuhren wir gegen 7:30 Uhr weiter über Land. Wir machten viele Fotos vom Landleben, den Straßen und der Landschaft.

In der Region Sagaing, im Dorf Yinmarbin, haben wir dann den Markt besucht. Hier waren wir beide „die Exoten“. Wir haben etwas Obst, Gemüse und „Toastbrot“ gekauft. Auf unserem Weg lag Monywa. Dort gibt es den zweitgrößten, stehenden Buddha der Welt. Also nichts wie hin. Wir haben noch kurz den Wassertank an einer Tankstelle aufgefüllt und dort sogar eine nette Konversation auf englisch geführt. 

Monywa ist eine beschauliche Stadt und bietet atemberaubende Sehenswürdigkeiten. Mit ihren unzählbaren Buddha-Statuen gilt die Stadt als eine der wichtigsten religiösen Stätten von Myanmar. Mit 116 Metern ist der “Lay Kyun Sat Kyar” der größte stehende Buddha in Myanmar. Würde man die Stufen, auf denen er steht, berücksichtigen, wär er sogar der Größte der Welt. Die stehende Figur hat insgesamt 31 Etagen, von denen bisher aber nur 16 begehbar sind. Im Inneren des liegenden Buddhas befindet sich eine Art Museum, das anhand vieler menschengroßer Buddha-Figuren seinen religiösen Werdegang darstellt und allgemeine Informationen zur Religion des Buddhismus gibt. Hoch zu den beiden Figuren kommt man über einen schmalen Treppenaufgang, der an einer goldenen Pagode und einem Feld mit mehr als 1.000 Buddha-Figuren vorbeiführt. Der Aufstieg zu den Füße des stehenden Buddhas ist allerdings sehr anstrengend und bedarf etwas Kondition.

Nachdem wir wieder gut bei Luft waren, ging es weiter. Rund 30 Kilometer vor Bagan fanden wir bei einem Hotel einen geeigneten Stellplatz. Gegen eine kleine Spende für die Angestellten durften wir hier stehen bleiben und verbrachten eine ruhige Nacht.

Pagoden soweit das Auge reicht

Weiter ging es nach Bagan. Die Pagoden und Denkmäler beherrschen die Landschaft. Es gibt über 3.000 davon auf einer Fläche von 16 Quadratkilometern am östlichen Ufer des Ayeyarwady in Zentral-Myanmar. Es gibt sie in unterschiedlichsten Größen und in einer verwirrenden Vielfalt an Formen. Sie sind auch in verschiedenen Stadien der Erhaltung und des Verfalls. Einige von ihnen pulsieren vor Leben und werden von vielen Anhängern besucht, andere sind kaum mehr als Ziegelhaufen.

Das Gelände ist riesig. Wir hatten eigentlich nie das Gefühl, dass der Ort überlaufen ist. Trotzdem kann Bagan einen am Anfang etwas überfordern. Bei der Vielzahl an Tempeln und Pagoden verliert man leicht den Überblick. Deshalb haben wir eine Burmesin als Guide im “Kumpel” mitgenommen. Sie hat uns den einen oder anderen besonderen Ausblick gezeigt. Das hat sich wirklich gelohnt. Am Ende der Tour haben wir uns dann den großen Ananda-Tempel angeschaut. Er ist einer der bekanntesten und schönsten Tempel von Bagan. Der Tempel befindet sich in der Nähe des Tharabar-Tors, dem einzigen Tor der ursprünglichen 12 Tore der alten Stadtmauer.

Die Ananda-Pagode, auch Ananda Pahto und Ananda Phaya genannt, ist ein einstöckiges Bauwerk, das gegen Ende der frühen Baganzeit errichtet wurde. Besonders beeindruckend waren die vier großen Buddha-Statuen. Davon ist je eine nach Norden, Osten, Süden und Westen ausgerichtet. Wir beendeten unsere Besichtigungstour mit tollen Eindrücken und fuhren weiter Richtung Neu-Bagan. 

Unterwegs sahen wir einen Maler, der in seinem Atelier arbeitete. Da hatten wir die Idee, eventuell unseren “Kumpel” verschönern zu lassen. Also haben wir angehalten und verhandelt. Während die Lackfarbe besorgt wurde, stärkten wir uns in einem Café. Als wir zurück beim “Painter” angelangt waren, hatte dieser bereits eine Skizze mit unserem Spruch angefertigt: „You feel good – We feel good“.
Wir haben noch schnell die Fahrertür gereinigt und dann ging es los. Während der Wartezeit kam uns der Einfall, vielleicht auch noch die Beifahrertür zu verschönern. Nach einigem Überlegen war klar, auf die Beifahrerseite kommt: „You are happy – We are happy“. So verbrachten wir den Nachmittag damit, unseren “Kumpel” hübsch machen zu lassen.

Dann begaben wir uns auf Stellplatzsuche und kassierten zuerst eine Absage: “No Parking-Place”. Wir hielten an einem Hotel-Resort. Auf unsere Anfrage hin wurde der Hotel-Manager geholt. Nachdem wir ihm unser Anliegen unterbreitet hatten, machte er uns ein Angebot mit Zimmer. Da wir einer heißen Dusche und einem guten Essen nicht abgeneigt waren, nahmen wir das Angebot an und hatten eine entspannte Nacht.

Das Frühstück am nächsten Morgen war nach unserem Geschmack: Spiegeleier, Croissants, guter Kaffee und vieles mehr. Der Manager der Anlage kam vorbei und fragte nach unseren Plänen. Es stellte sich heraus, dass er am Inle-See, der fast auf unserer Route lag gearbeitet hatte und erst seit kurzem in Bagan als Manager angestellt ist. Also telefonierte er mit den alten Kollegen am Inle-See, um zu sehen, was er für uns tun könne. Das Ergebnis war toll. Er hatte uns dort im Ressort vom 23. bis zum 26.12.2019 eingebucht. Wir werden Weihnachten also am Inle-See verbringen und es uns gut gehen lassen.

Wir starteten Richtung Mandalay. Die Fahrt führte wieder über Land. Wir konnten einige Schnappschüsse vom Landleben machen. Mandalay ist ehemalige königliche Hauptstadt im nördlichen Myanmar, ehemals Burma, die am Fluss Irrawaddy liegt. Im Zentrum der Stadt befindet sich der restaurierte, von einem Wassergraben umgebene, Palast von Mandalay aus der Konbaung-Dynastie. Vom Mandalay-Hügel, auch Mandalay Hill genannt, hat man einen Rundumblick auf die Stadt. Der 240 Meter hohe Hügel mit Türmen und Pagoden ragt nordöstlich des Mandalay-Palastes in den Himmel. Mönche aus der ganzen Stadt begleiten jeden Nachmittag Anbeter, umwerbende Paare und Sonnenuntergangstouristen auf dem Mandalay Hill.

Wir mussten aber dringend unsere Vorräte auffüllen und sind daher lieber in die Stadt gefahren. Nach unserem Einkauf haben wir uns auf die Suche nach einem Nachtplatz außerhalb der Stadt gemacht. Bei einem  Metallbauer haben wir noch zwei kleine Rohre für unseren “Kumpel” besorgt. So ganz zufrieden sind wir noch nicht mit der Reparatur. 

An der nächsten Tankstelle tankten wir und bekamen vom Chef die Erlaubnis, hier zu nächtigen. Es gab sogar einen größeren Servicebereich mit Duschen und WCs für die Trucker, der einen sehr guten und sauberen Eindruck machte. Leider durften wir hier nicht unseren Gasherd benutzen, also blieb die Küche heute eben kalt.

Es geht wieder in die Berge

Den Kaffee am Morgen zu kochen, konnten wir uns dann aber doch nicht verkneifen. Es ging alles gut. Ziemlich früh sind wir dann Richtung Kalaw in die Berge gestartet. Zunächst ging es über einen Highway dann weiter über Land. Fast alle Bergspitzen war mit einer Pagode bestückt. Uns stellte sich die Frage, was sind eigentlich Pagoden genau? Alle Sakralgebäude sind Tempel und Tempel, in die man hineingehen kann, sind Pagoden. Tempel, in die man nicht hinein gehen kann, sind Stupas. Stupas enthalten Reliquien und werden von Buddhisten rituell im Uhrzeigersinn umkreist. Viele Pagoden enthalten eine oder mehrere Stupas.

Wir fuhren an einigen Pagoden und Stupas vorbei. Gerade als Carsten sich über den Zustand der Straßen freute, begann eine rund 25 Kilometer lange Schotterpiste. Aber im Vergleich zu den indischen Straßen, war sie in einem gut befahrbaren Zustand. Mitten in den Bergen haben wir dann ein „Steak-Frühstück“ gemacht, da ja gestern Abend die Küche „kalt“ geblieben war. Es schmeckt wirklich lecker. Wären die Schriftzeichen und die viele Whiskey-Werbung nicht gewesen, hätten wir uns im Allgäu wiedergefunden. Die Landschaft erinnerte uns sehr daran und sogar etwas Heimatgefühl kam auf.

In Kalaw angekommen, haben wir uns das Zentrum und den Markt angeschaut. Gegen 16:30 Uhr wurde es dann auch schon wieder Zeit für die tägliche Stellplatzsuche. Beim “Serengeti Resort” machten wir einen guten Deal mit dem Manager. Wir durften kostenlos auf dem Parkplatz stehen bleiben und würden dafür im Resort Restaurant Essen gehen. Da wir das eh vorhatten, war das der perfekte Deal für uns. Das Essen war sehr gut. Der Preis war für Myanmar voll in Ordnung und nach einem Verdauungsspaziergang stand einer ruhigen Nacht nichts mehr im Wege.

Wir ließen es am nächsten Tag ruhig angehen. Unser Ziel für die Weihnachtstage war der Inle-See bzw. Inle-Lake und dieser lag nur knapp 75 Kilometer entfernt. Erstmal wurde “Kumpel” festtagstauglich gemacht und gewaschen. Eigentlich wollte Carsten nochmal zum Rasieren, aber der Babier wollte nicht: “Only Haircut!”. Also gab es statt Rasur eine große Melone.

In Inle haben wir dann noch Klarlack gekauft. Dramit wollten wir die Paints auf den Türen von “Kumpel” fixieren. Tja und dann stellten wir fest, dass das alte Problem mit den Blinkern wieder da war. Sie funktionieren wieder nicht! Schöner Mist. Darum werden wir uns kümmern, wenn die Tour weiter geht. Jetzt wollten wir einfach bis zum 26. Dezember entspannen und relaxen.

Entspannte Tage am Inle-Lake

Im Treasure Resort am Inle-Lake wurden wir direkt vom Manager empfangen. Sein Kollege aus Bagan, der diese Buchung für uns arrangiert hatte, hatte wohl noch einen recht guten Kontakt zum alten Team. So bekamen wir ein Erste-Reihe-Upgrade am See. Wir sagen Danke! Unser kleiner Bungalow war wirklich eine Wucht mit super Aussicht. Wir hätten hier, gerne mit unseren geliebten Frauen, auch gut einige Tage mehr verbringen können. Aber unsere Frauen waren leider in der Heimat und so viel Auszeit von der Tour konnten wir auch nicht nehmen. 

Am Tag des Heiligen Abends haben wir uns zu einer gemütlichen und privaten Bootsfahrt auf dem Inle See mit Besuch des Pagodenkomplexes entschieden. Zunächst ging es durch schwimmende Dörfer und Gärten. Hiervon gibt es sehr viele auf dem Inle-Lake. Die schwimmenden Dörfer bestehen aus sogenannten Stelzenhäusern. Alle Gebäude des Dorfes stehen also auf Pfählen über dem Wasser. Wir kamen an eine Silberschmiede. Die Steine, aus denen Silber gewonnen wird, kommen aus der Nähe des Inle-Lakes. In der Schmiede entsteht in mehreren Herstellungsprozessen Silberschmuck. Eine sehr aufwendige Handarbeit. Weiter ging es dann zu einem lokalen Markt, der rund um den See je nach Wochentag den Standort wechselt. Hier kann man in das authentische Leben der Burmesen eintauchen. Auf dem Markt kaufen die Einheimischen vor allem ihre Lebensmittel für den täglichen Bedarf ein. Es gibt viele Obst- und Gemüsestände sowie Fleisch, Fisch, Gewürze und auch Kleidung zu kaufen. 

In der Nähe befand sich auch die Shwe Inn Dein Pagode. Sie ist über einen Arm des Inle Sees erreichbar. Landschaftlich ist es wunderschön. Am Ufer angekommen führt zunächst ein langer Treppengang nach oben. Der Weg dauert rund 20 Minuten und ist von vielen Verkaufsständen umgeben. Es gibt auch viele Fahrer, die einen für 3.000 Kyat pro Person mit dem Roller zur Pagode und später wieder zurückfahren. Wir haben uns fürs Rollerfahren entschieden und sind somit den vielen Verkaufs-/Souvenierständen entgangen.

Oben angekommen steht man den über 1.000 Stupas gegenüber, durch die hindurch gelaufen werden darf. Einige von ihnen beherbergen auch Buddha-Figuren. Alle Stupas sind individuell und schön anzuschauen, von ganz alt bis neu. 

Später fuhren wir dann noch zu einer Weberei für Lotusseide. Die Stängel der Pflanzen werden aufgebrochen und aus den kleine Fäden, die man hinausziehen kann, entsteht in mühevoller Handarbeit nach und nach die Lotusseide. Pro Tag kann eine gekonnte Weberin auf diese Weise an die zwei Meter Lotusseide gewinnen. In handbetriebenen Webstühlen wird das Garn dann zu Kleidung, Schals und Tüchern verarbeitet.
Neben der Lotusseide stellen die Webereien auch Produkte aus Baumwolle und “normaler” Seide her. Im Vergleich ist die Lotusseide jedoch viel feiner und auch um etwas das 7-fache teurer gegenüber herkömmlicher Seide.

Zum Ende der Tour statteten wir den Langhalsfrauen einen Besuch ab. Die sogenannten “Langhalsfrauen” kennt der eine oder andere möglicherweise aus Thailand. Sie kommen aus dem Volk der Padaung und tragen bis zu acht Kilogramm schwere Messingspiralen um den Hals. Durch die Siraöen wird der Hals in die Länge gezogen, was ihnen auch den Namen „Giraffenfrauen“ eingebracht hat. Die Frauen sind beliebte Touristenattraktionen und quasi menschliche Ausstellungsobjekte. Die Langhalsfrauen sterben allerdings mehr und mehr aus, da die jüngere Generation des Volkes die Tradition nicht mehr mitmachen möchte.

Am Abend gab es im Resort eine kleine „Christmas Eve Party“. Zunächst gab es zum Sonnenuntergang eine “Heritage Fishing Styl”-Demonstration. Ein echter Einbein-Ruderer verwendet zum Fischen seinen Netzkorb. Der Korb wird ins Wasser geworfen und das daran befestigte Netz wird heruntergelassen. Damit wird der Fisch eingefangen. Die Fischer holen die Fische dann mit einer Stange mit spitzem Aufsatz heraus.

Das weitere Programm bestand aus einer Cocktail-Party zum Sunset mit einem Little-Night-Market und kleinen Köstlichkeiten. Dann folgte das Christmas-Gala-Dinner. Es gab unter anderem auch Truthahn. Der ganze Abend wurde von einem bunten Programm des gesamten Resort-Team begleitet. Es war rundherum gelungen. Hier spiegelte sich in den Gesichtern auch Myanmar als “Land des Lächelns” wieder. Ein Highlight war eine „Myanmar Traditional Cane Ball Playing Performance“. Jeder Fußballfreund wäre begeistert gewesen, was eine Burmesin aus dem National-Team Myanmars hier mit einem „Bambusball“ gezeigt hat.

Zum Abschluss gab es ein Feuerwerk und Schampus für alle! Wir hoffen sehr, dass ihr ebenfalls einen schönen Heiligen Abend verbracht habt. Unserer war wirklich gelungen.

Den ersten Weihnachtstag nutzten wir dann, um “Kumpel” wieder fit zu machen. Wir fixierten das Tür-Paint und bereiteten uns auf die Weiterfahrt und die nächsten Routen vor.

Auf Richtung Thailand

Das Morgenlicht mit dem Nebelschleier über den Lotus-Pflanzen faszinierte uns am Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages sehr.
Wir verabschiedeten uns herzlich vom Personal des Resorts, insbesondere von May Thukha. Sie ist die heimliche Chefin seit 2006 und kennt das Resort seit dem ersten Tag. 

Wir fuhren am großen Inle See vorbei aufs Land. Vorbei an Büffelherden und an Straßenbauarbeiten. Um Straßen zu bauen, schütten Frauen und Männer mit Körben Steine in verschiedenen Körnungen auf den Untergrund. Und das so lange, bis sich eine glatte Fahrzeugdecke bildet. Auch auf den Feldern sahen wir Frauen und Männer gemeinsam arbeiten.

Wir mussten einige Kilometer durch roten Pulverstaub fahren. Dieser setzte sich überall am “Kumpel” fest. Wir werden den “Kumpel” wohl putzen müssen. Als wir den Saluen kurz vor Hpasawng überquerten, sahen wir eine tolle Flusslandschaft.

Dass uns „Hpasawng“ heute noch zum Verhängnis werden sollte, wussten wir da noch nicht.
Zunächst gab es am Ortsanfang eine Militärkontrolle. Wir zeigten unsere Dokumente: Reisepass, VISA und Fahrzeugpapiere und konnten weiterfahren. Am Ortsausgang sahen wir dann den erhobenen Arm eines Immigration-Offiziers. Ab hier “KEINE WEITERFAHRT”, da wir uns in einer Restricted Area befanden. Gemeinsam fuhren wir mit dem “Kumpel” zum Headoffice. Dort mussten wir dann wieder unsere Papiere zeigen. Es wurde diskutiert und dann wurde uns vermittelt, dass wir bis Demoso, circa 105 Kilometer, zurück fahren müssen. Ab Demoso könnten wir durch die Berge queren und auf der anderen Seite wieder in Richtung thailändischer Grenze fahren. Wir waren wie immer nach Google Maps gefahren und hatten als Ziel den Grenzübergang Myawaddy (Myanmar) / Mae Sot (Thailand) eingegeben. Wir und Google hatten keine Ahnung von dem Sperrgebiet. Es half alles nichts, wir mussten umdrehen, auch wenn das einen Umweg von 400 bis 500 Kilometern nach sich zog und mindestens einen Tag Zeit kostete.

In Bawlakhe, wo wir bereits vor drei Stunden durchgefahren waren, wurden wir jetzt vom Militär gestoppt. Nach Dokumentenkontrolle inklusive Fotos ging es weiter. Langsam dämmerte es uns, wir musste einen Stellplatz suchen. In einem Dorf an einem Restaurant mit großem Parkplatz durften wir stehenbleiben. Nach einem traditionellen Essen im Restaurant, hatten wir hier eine ruhige und gute Nacht. 

Am Morgen des 27. Dezember waren wir bereits gegen acht Uhr wieder in Demoso, also wieder Richtung Grenze unterwegs. Leider beschwerlicher als erwartet. Über den National Highway 21 ging es rund 200 Kilometer quer durch die Berge. Wir hatten in Knla gefrühstückt. Danach hielten wir noch an einer Sammelstelle der Mönche, um unseren Obolus zu entrichten. In Kayan fuhren wir an einem Ehren-Krematorium für Arme-Soldaten vorbei und wir sahen an mehreren Häusern das Gewürz Kukuma zum Trocknen liegen. Wir hatten eine kurze Kontrolle auf der Strecke und das letzte Wegstück war von Straßenbaumaßnahmen gekennzeichnet. Es erforderte entsprechende Geduld. Nach über acht Stunden Fahrt durch Serpentinen rauf und runter waren wir beide geschafft. Am Nachmittag erreichten wie dann die Stadt Taungoo. Wir haben Trinkwasser aufgefüllt und am ATM Geld besorgt. Auf dem Express Highway ging es Richtung Rangun. Endlich kamen wir wieder schneller vorwärts. In Zay Va WA Di fanden wir ein Restaurant, auf dessen Parkplatz wir die Nacht stehen bleiben konnten.

Thailand wir kommen

Wir hatten sehr früh geduscht und uns dann Richtung Grenze aufgemacht.
Nach 120 Kilometern mussten wir leider den Highway verlassen, um in Richtung Thailand zu kommen. In der Stadt Waw kamen wir an einem Umzug vorbei. Auf dem Markt kauften wir ein und nach 250 Kilometern gab es dann erst einmal Frühstück. 

In Kyaikto konnten wir von der Straße aus den Bau eines riesigen Buddhas sehen. Wir erreichten den National Highway 1, der derzeit Richtung Thailand ausgebaut wird. Wir fühlten uns an Indien erinnert, total kaputte Straßen mit tiefen Löchern und dazu noch roter Pulverstaub. Dabei hatten wir unseren “Kumpel” erst eine halbe Stunde vorher waschen lassen. Es gab aber keine Alternative und wir mussten also durch. 

Als wir nach drei Stunden in Myawaddy angekommen waren, fuhren wir zur Friendship Bridge. Hier waren wir falsch, da dies nur der Übergang für Fußgänger und die Track-Abfertigung war. Wir mussten zu einem anderen Übergang. Wir fuhren also durch das abendliche Fahrzeuggedrängel in der Stadt Richtung Grenze. Dort umringten sechs Beamte aus unterschiedlichen Bereichen (Grenze, Polis, Zoll, Immigration…) unseren “Kumpel”. Wir mussten unsere Reisepässe, VISA und Fahrzeugpapiere zeigen. Laut Reisepass waren wir bereits aus Myanmar ausgereist, als die Frage nach unserem Carnet gestellt wurde. Ja, wir haben eines, aber ohne Stempel von Myanmar. Die Beamten bei der Einreise in Tamu hatten uns gesagt , dass wir das Carnet nicht benötigen. Nun gingen die Diskussionen untereinander erst so richtig los. Alle wollten unsere Dokumente sehen (wir legten Kopien vor). Dann wurde telefoniert und wir wurden nochmals ausführlich befragt. Nach einer knappen Stunden kam dann ein weiterer Zollbeamter. Er befragte uns kurz und entschied dann: “OK, you can go!”.
Einige Beamte haben sich noch auf „Kumpel“ verewigt und wir hatten die erst Hürde geschafft. Weiter ging es über eine rund 600 Meter lange Brücke. Hier wechselte die Rechts-/Links-Fahrtrichtung mitten auf der Brücke. In Thailand herrscht wieder Linksverkehr. 

Nach Einfahrt in den thailändischen Grenzbereich wurden wir freundlich gestoppt. Zunächst ging es für uns zur Imigration-Abteilung. Dort mussten wir Formulare ausfüllen, uns fotografieren und alle 10 Fingerabdrücke einscannen lassen. Dann ging es zurück zum Zoll. Da wir kein Carnet aus Myanmar vorweisen konnten, gab es auch hier ersteinmal Unstimmigkeiten. Letztendlich wurde ein carnetähnliches Dokument erstellt, das wir bei Kontrollen und der Ausreise vorzeigen konnten. Auch hier hatten sich einige Beamte auf unserem “Kumpel” verewigt. Wir haben aber keinen hineinschauen lassen. Nach rund zwei Stunden waren wir jetzt endlich in THAILAND! 

Wir verbrachten die Nacht kurz hinter der Grenze. Für Thailand haben wir auch schon einige Aufgaben. “Kumpel” braucht wohl doch neue Stossdämpfer und die Blinker und Scheibenwischer funktionieren leider schon wieder nicht. Wir werden berichten, ob wir erfolgreich waren. Aber jetzt hat in Thailand erstmal alles fünf Tage geschlossen. Das wird spannend!

Wir hören!
Euer Carsten und Euer Manni

Indien, ja, wir haben hier wirklich einiges erlebt.

Der 12. Dezember fing schon außergewöhnlich früh an. Um 5:15 Uhr wurden wir durch heftiges Klopfen am Kumpel geweckt. Vor uns standen sechs Männer vom Militär. Mit Händen und Füßen und mit Hilfe unserer Weltkarte auf “Kumpels” Motorhaube erklärten wir den Männern, dass wir auf Tour waren und das Gelände nur als Schlafplatz genutzt hatten. Wir befanden uns in einem militärischen Sicherheitsgebiet, was wir aber gestern Abend nicht bemerkt hatten. Wir bekamen ein “ok” und machten uns dann aber doch lieber auf den Weg.

Vorher wünschte uns unser Adventskalender noch „Freude“ und „Humor“. Ob das dieser Tag bringen würde? Irgendetwas war anders als sonst. Jeden dritten bis vierten Kilometer sahen wir Militärkontrollen. Der Highway war fast ausgestorben, die LKWs parkten links und rechts und die Tankstellen waren geschlossen. Was war hier los?
Nach einer Weile sahen wir dann eine Straßensperre mit brennenden Reifen.
Wir rollten langsam drauf zu, machten den Umstehenden klar, dass wir aus Germany kommen und durften passieren. Allerdings zeigte unsere Tanknadel “Reserve”, nicht der beste Zeitpunkt. 

An der nächsten Straßensperre, die wir auch passieren durften, fragten wir nach einer Tankmöglichkeit. Wir wurden in ein kleines, etwas abseits gelegenes Dorf geschickt. Ein Polizist half uns mitten auf dem Highway zu wenden und als Geisterfahrer in die angegebene Richtung zu fahren. Zum Glück nur kurz. 

An der eigentlich geschlossenen Tankstelle angekommen, hieß es zunächst “no Diesel”. Nach einigen Gesprächen und Telefonaten wurde die Kette zur Zufahrt heruntergelassen und “Kumpel” wurde voll betankt. Das ganze führte im Dorf zu einem Menschenauflauf, dem wir wie immer mit Freundlichkeit begegneten. Selfies und Fotos wurden gemacht und soweit es uns möglich war, beantworteten wir alle Fragen, die uns zahlreich gestellt wurden. Wir erhielten drei Einladungen zum Frühstück, aber wir wollten weiter. Wir haben dann noch einen Helfer mitgenommen, der auch Richtung Guwahati wollte. Mittlerweile hatten wir herausgefunden, dass in Indien ein Generalstreik das komplette Land lahm legte. Es gab eine politische Entscheidung, die zum Streik führte. Was genau wussten wir nicht.

Die Abstände der Straßensperrungen wurden immer kürzer. Leider wurden die Streikenden teilweise aggressiver. Einige konnte unser Mitfahrer, der uns eine große Hilfe war, beschwichtigen: “Foreigners from Germany.“
Wir entschlossen uns, nicht direkt nach Guwahati zu fahren. Dort war es am Vorabend zu schweren Zusammenstößen gekommen. Das Internet war abgeschaltet worden und wir wussten nicht viel über die aktuelle Lage dort. Also suchten wir einen Stellplatz.
Neben einer Polizei-Ausbildungskaserne war ein großer Sportkomplex. Dort durften wir leider nicht stehenbleiben. Wir haben dann sieben Polizistinnen befragt, ob wir bei der Kaserne stehen dürften. Etwas zögerlich, aber nach Besichtigung von “Kumpel”, bekamen wir die Genehmigung für die Nacht. Später durften wir sogar noch auf das Kasernengelände fahren und verbrachten dort die Nacht.

Erschwerte Weiterfahrt und Stellplatzsuche

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter, auf den HYW 27 durch Guwahati. Wir sahen immer mehr Reste der Blockaden vom Vortag. Zum Teil brannte es noch. Laternenmasten, Eisenstangen, große Steinen und weiteres Zeug waren auf dem Highway verteilt.
So ganz Wohl war uns nicht, zumal auch immer mehr Menschen rechts und links der Straße standen. Unsere Fahrt glich einem Slalomparcours. Als wir dann die Abbiegung nach Shillong erreichten, wurden die “Vortagsreste” weniger, aber überall standen LKWs.
Es wurde ländlicher, aber auch hier war alles geschlossen. Erst hinter Shillong normalisierte sich die Lage und wir machten Frühstückspause. Erleichterung bei uns beiden.

Weiter ging es von Jowai Richtung Bangladesch durch die Berge. Vor der Grenze drehten wir dann ab nach Silchar. Hier herrschte totales Chaos. Ein Truck war quer liegengeblieben und das an der größten Kreuzung im Zentrum. Vermutlich haben wir hier die falsche Richtung eingeschlagen. Da uns aufgrund des fehlendes Netzes Google Maps nicht zur Verfügung stand, sind wir rund 40 Kilometer vom Weg abgekommen.

Weil es bereits dunkel wurde, war wieder die Suche nach einem Stellplatz angesagt. Nach mehreren Absagen bekamen wir einen Tipp. An einer Petrol-Station sollte man stehen können. Also nichts wie hin. Nach einiger Überzeugungsarbeit beim Chef dürften wir hier die Nacht, etwas verdeckt hinter einem Truck, verbringen. Aufgrund der Explosionsgefahr durften wir nicht kochen, dafür wurden wir mit einem schönen Sonnenuntergang in die Nacht verabschiedet.

Mit 20 km/h durch die Berge

Wir starteten früh am nächsten Tag zurück Richtung Silchar. Tagesziel sollte Imphal sein, so unser Plan. Da wir wie die letzten zwei Tage ohne Netz waren, fuhren wir nach der Beschilderung und fragen auch zur Sicherheit bei den Indern auf der Straße nach. In Cachar-Jirighat wurden wir zunächst zur Passkontrolle gestoppt. 500 Meter weiter erreichten wir den Grenzfluss zwischen Assam und Manipur. Den Hinweis, das “Foreigner” sich hier zu Registrieren haben, übersahen wir.
Wir wurden gestoppt und mussten wieder hinter den Schlagbaum zurück. Fast eine Stunde brauchten wir für die Formalitäten. Alle waren freundlich und nett zu uns und wünschten uns gute Weiterfahrt. Ob die schon wussten was uns erwartete?

Zu unserer Überraschung, hatten wir in Manipur wieder volles WLAN zur Verfügung.
Nach dem Frühstück und rund zwei Kilometern Fahrt sahen wir eine lange Schlange von geschätzt 100 Trucks. Wir fuhren an allen vorbei, bis wir vor einem Schlagbaum gestoppt wurden. Der Grenzbeamte konnte mit unseren Reisepässen nichts anfangen. Ohne Englisch und sehr sprachfaul, machte er uns klar, dass es derzeit nicht weiter geht.
Wir erfuhren, dass in Manipur gestreikt wurde. Viele waren mit der geplanten Landenteignung ohne Ersatzleistungen nicht einverstanden. Nach einer Stunde ging es dann weiter. Juhu! Die aufgestaute Karawane setzte sich langsam in Bewegung. Für uns ging es in die Berge, das war ein auf und ab den restlichen Tag. Die oft serpentinenartigen Straßen war in einem unglaublich schlechten Zustand. 

Am späten Nachmittag, nach neun Stunden Fahrt, waren wir froh, eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 20 km/h erreicht zu haben. In einigen Straßenabschnitten gibt es Löcher, die einen Achsbruch bei unvorsichtiger Fahrweise, unweigerlich mit sich bringen. Es war der Wahnsinn. Es gab viele Brücken die nur mit Holzbalken belegt waren und nur von einem Fahrzeug befahren werden durften. Die Straße wurde als “National” Straße bezeichnet und es gibt keine akzeptable Alternative. 

Wir haben in den Bergen mehrere Truckkolonnen gesehen, die am Straßenrand standen. Die Fahrer haben sich mit Wäsche waschen, putzen, kochen oder Karten spielen die Zeit vertrieben. Zum Ende unserer Fahrt an diesem Tag fanden wir in einem kleinen Dorf eine 2-Säulen Tankstelle (FOTOS Kinder) und wir konnten Diesel bunkern. Auf der ganzen Strecke war dies die einzige Tankmöglichkeit.
Unser gesetztes Tagesziel lag außer Reichweite für heute und so suchten wir uns einen Stellplatz für die Nacht. Mitten in den Bergen genossen wir dann die Aussicht und wuschen den Schweiß des Tages unter der “Kumpel”-Dusche ab. Wir bekamen noch Besuch von der Dorfjugend des angrenzenden Dorfes und hatten eine ruhige Nacht.

Tagesbericht vom 15.12.2019

Bei unserer Fahrt am nächsten Tag fiel uns auf, dass in fast allen Dörfern Weihnachtssterne mit Beleuchtung hingen. Es lag kaum Müll herum und wir sahen viele kleine Kirchen.
Wir mussten neun Registrierungskontrollen durchfahren. Es war der Wahnsinn. In der letzten Stunde in den Bergen kamen uns mehrfach Polizei- und Militärkolonnen entgegen. Warum wussten wir nicht. Wir waren glücklich, als wir die Berge nach gut fünf Stunden und 100 gefahrener Kilometer verlassen konnten. Und zudem heilfroh, dass das Rauf und Runter auf den Straßen ein Ende hatte.

In der nähe des Flughafens patroullierten viele, viele Soldaten an der Straße. Wir fuhren weiter zum Laktak Lake (FOTOS!). Wir hatten den Tipp bekommen, dort unbedingt anzuhalten. Also begutachteten wir den größten Süßwassersee im Nordosten Indiens. Er ist berühmt für die über ihm schwimmenden Phumdis. Die Phumdis bedecken einen wesentlichen Teil des Seegebiets und sind heterogene Massen von Vegetation, Boden und organischer Substanz, die sich in verschiedenen Stadien des Verfalls befinden. 

Wir entschieden uns dann noch weiter Richtung der Grenze Myanmars zu fahren. Auf dem Weg zum See hatten wir noch vollgetankt. An einer der ganz wenigen Tankstellen, die geöffnet waren. Wir konnten direkt an die Dieselzapfsäule fahren, beim Benzin dagegen standen lange Schlangen von PKWs. Wir erfuhren, dass das Benzin so knapp war, weil es aus dem Assam-Gebiet geliefert wurde und seit drei Tagen keine Tankfahrzeuge durchgekommen waren. Wir waren glücklich in einem vollgetankten “Kumpel” 

Am Nachmittag überholte uns ein kleiner Bus, dessen Fahrer uns wilde Zeichen gab. Wir stoppten und schauten nach was los war. Eine schöne Bescherung, die Halter der großen Alu-Box mit unserer „Waschmaschine“ darunter, war gebrochen. Was tun? Also erstmal haben wir die Alu-Box entleert. Die Stühle und alles andere musste raus. Dann haben wir die Waschmaschine abgenommen und den Schaden begutachtet. Eine Haltestange war gebrochen. In der Werkzeugkiste hatten wir noch zwei Spanngurte. Diese nutzen wir jetzt, um alles zu fixieren. Das müssen wir wohl bald reparieren lassen. Wir sind mal gespannt, wo und wann das klappt.

Wir fuhren weiter, bis wir den Highway 102 erreicht hatten. Am Randes des Highways, der Indo-Myanmar Road, sahen wir zufällig einen größeren Bauplatz. Dieser war planiert und wir beschlossen dort zu nächtigen.

Geburtstag und Abschied aus Indien

Am 16. Dezember waren wir bereits sehr früh auf. Es war Carstens 59. Geburtstag und es gab einen kleinen Geburtstagstisch und Glückwünsche. Dann ging es durch die letzten indischen Berge Richtung Grenze.
Wir hatten unsere Aus- und Einreisepapiere bereits am Vorabend vorbereitet. Bis zur Grenze passierten wir wieder drei Checkpoints. Wir kamen an GABIS-Café vorbei. Diesen Punkt hatten wir gestern eigentlich erreichen wollen, es war aber schon zu dunkel gewesen, um weiterzufahren. Kurz hinter dem Café standen viele Fahrzeuge. Ein Berghang war abgerutscht und eine Planierraupe war bereits dabei, die Straße wieder freizumachen. Als wir dann die Stelle passierten, rutschten wieder Steine auf die Straße. Nichts wie weg hier.

Gegen 8:45 Uhr erreichten wir dann den Grenzort Moreh und fuhren zum Exit-Gebäude. Nachdem wir um einen Ausgangsstempel im Reisepass reicher waren und das Carnet für “Kumpel” gecheckt war, verließen wir um 9:30 Uhr Indien über die Grenzbrücke nach Myanmar.

Jetzt wurde es spannend, dachten wir. Diverse Quellen besagten immer, dass man mit einem Camper und als Selbstfahrer ohne Guide schwer nach Myanmar gelassen wird. Was hatten wir hierzu nicht alles gelesen und gehört. Es kam anders! Wir wurden sehr freundlich an dem kleinen Grenzübergang auf der Myanmarseite begrüßt. Wir mussten ein Formular ausfüllen und unsere Reisepässe und das E-VISA übergeben. In der Zeit, in der unsere Unterlagen geprüft wurden, lernten wir das erste Wort auf Burmesisch „ming-guh-la-ba“, Hallo. Es folgte das Zweite: „jày-zú ding-ba-de“, Danke. Dann wurde von jedem von uns ein Foto gemacht. Für das Innenleben von “Kumpel” hat sich keiner interessiert und so hieß es um 10:00 Uhr „Welcome to Myanmar“!
Hätte es hier jetzt noch eine Tee gegeben, wäre diesem Übertritt Platz 1. auf unserer Grenzüberschreitungs-Rangliste sicher gewesen. So “nur” Rang 2 bis jetzt.

Wir freuen uns schon, aus Myanmar und allen anderen Ländern zu berichten, die noch auf unserer Route liegen. Aber erstmal:

Euch alle frohe Weihnachtsfeiertage und besinnliche Stunden mit Euren Lieben!

Euer Carsten und Euer Manni