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Der Iran – ein tolles Land

Nachdem wir am 7. November gut im Iran angekommen sind, wurden wir am nächsten Morgen von einem sehr freundlichen Iraner geweckt. Er hat uns einfach so ein Brot geschenkt und seine Backstube konnten wir auch noch “besichtigen”. Toll!

Wir haben beschlossen, den Tag in Täbris zu verbringen. Täbris die Hauptstadt von Ost-Aserbaidschan hat rund 1,6 Millionen Einwohner. Damit ist Täbris eines der größten kulturellen Zentren von Aserbaidschan, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Für umgerechnet zwei Euro sind wir mit dem Taxi in die Stadt gefahren. Die blaue Moschee hatte leider geschlossen. Im Iran ist der Freitag frei, wie bei uns der Sonntag. Daher haben wir dann den Khaghani Park besucht. Der kleine Park liegt zwischen dem Azerbaijan Museum, das wir ebenfalls besucht haben, sowie der Kabus-Moschee.

In einem Bookshop haben wir wertvolle Tipps für die Route erhalten. Es sind wirklich alle sehr hilfsbereit. 

Weiter ging es zum großen Basar, der heute nur zu rund 20 Prozent geöffnet war, uns aber trotzdem einen tollen Eindruck vermittelt hat. Alleine das Gebäude ist beeindruckend. Geshoppt haben wir auch! Teesieb, Q-Tips… und einen Teppich! Jetzt haben wir im Kumpel warme Füße und ein tolles Erinnerungsstück an Täbris. Abschließend gab es einen Restaurantbesuch. Dank Google-Übersetzer hatten wir dort und später am Kumpel noch einige interessante Gespräche.

Tanken ist hier so eine Sache…

Am nächsten Tag fuhren wir weiter Richtung Zanjan. Wie es die Iraner auch machen, hielten wir zum Frühstück einfach am Straßenrand und genossen das vorab gekaufte Brot. Dann haben wir zum ersten Mal Diesel getankt! In allen Ratgebern und auf vielen Internetplattformen wird darauf hingewiesen, dass Diesel tanken im Iran sehr schwierig ist. Es gibt eigentlich keine Dieselfahrzeuge im Iran und die Qualität des Diesels ist oft schlecht. Aber alles lief easy und das für keine 10 Cent pro Liter. Auf der Weiterfahrt haben wir viele Kamele gesehen und Frauen, die im Fluss gewaschen haben, haben uns gewunken. 

Kurz nach der Ankunft in Zanjan kamen wir mit drei Studenten/innen ins Gespräch, das war sehr interessant. Die Iraner wissen so wenig von uns, wie wir von ihnen. Eine Studentin wollte zum Beispiel wissen, ob bei uns Frauen geschminkt auf der Straße laufen. Na, klar!

Unser erster Besuch im Hamam

Dann haben wir uns mit einem Taxifahrer angefreundet, der uns zu einem Babier außerhalb der Stadt gefahren hat. “Im Zentrum Babier schlecht” meinte er. Also gut. Nach erfolgreicher Rasur bei Carsten erklärte uns unser Taxifahrer, dass nach dem Rasieren ein Hamam-Besuch nahezu Pflicht ist. Da man im Iran nicht einfach irgendwo duschen darf und wir einer Reinigung nicht abgeneigt waren, ging es also ab in die öffentliche Badeanstalt. Der Hamam ist ein wichtiger Bestandteil der orientalischen Bade- und Körperkultur. Und er hat es in sich. Wir wurden ordentlich durchgeschrubbt. 

Sauber und etwas hungrig ging es zum Basar von Zanjan. Dort aßen wir frittierte Taler, ähnlich unserer Reibekuchen. Zurück beim Kumpel wurden wir vom Parkmanager gebeten umzuparken. Nichts leichter als das. Zum Dank wurden wir auch gleich zu einem Cay eingeladen und ließen den Tag mit interessanten Gesprächen ausklingen.

Auf Schraubensuche für den Kumpel

Nach einer entspannten Nacht mit Frost fuhren wir am Sonntag weiter Richtung Qazvīn.

Und immer auf der Suche nach einer Ersatzschraube für die Befestigung der Alu-Kiste am KUMPEL. Eine Schraube war gebrochen. Die Begebenheiten und die vielen Stopp-Wellen der türkisch und iranischen Straßen zollten ihr Tribut.

Nachdem die erste Mautstelle passiert war, sahen wir einen größeren Street-Market, eine Ansammlung von Geschäften. Auch hier war nichts mit Schrauben, dafür aber ein iranisches Frühstück. Dieses besteht aus Fladenbrot, gefüllt mit Ei, Kräutern und warmen Grillkartoffeln. Einfach lecker, dazu einen Cay und das für beides unter einem Euro.

Unser gesetztes Tagesziel, Qazvīn, erreichten wir gegen halb eins. Sofort ging es weiter auf Schraubensuche – safety first! Ein sehr hilfsbereiter iranischer Werkstattbesitzer legte sich richtig für uns ins Zeug. Zuerst telefonierte er, dann stieg er zu uns in den KUMPEL und wir fuhren zusammen rund zwei Kilometer weiter in einen „Schrauben-Shop“. Der hatte die passenden Schrauben. Juhu! Sowohl der Shopbetreiber als auch der freundliche Helfer wollten keinen einzigen Rial annehmen. Es war ihnen ein großes Anliegen, den Gästen ihres Landes zu Helfen. Solch eine Geste wird man in Deutschland suchen müssen – hier sind sie Alltag. Es ist wirklich einzigartig, wie freundlich und hilfsbereit die Menschen im Iran sind. Alle wollen helfen und keiner, wirklich keiner, bettelt. Es ist ein beeindruckendes Volk.

Froh und auch etwas ergriffen suchten wir unseren Stellplatz an einem Park in Qazvīn auf. Dieser lag direkt an einer Hauptstraße, was uns nicht gefiel. Da es noch früh am Tag war, beschlossen wir einfach weiter zu fahren. Neues Ziel, Saveh! 
Auf dem Weg stoppten wir, um einzukaufen. Obwohl selber kochen hier teurer ist als Essen zu gehen, freuten wir uns auf etwas Selbstgemachtes. Kaum hatten wir angehalten, wurden wir direkt angesprochen. Ein gut englisch sprechenden Iraner unterhielt sich mit uns und schwups wurden Telefonnummern getauscht. So hatten wir für unseren Stop in Isfahan eine Einladung in der Tasche. Da es hier nichts zu kaufen gab, fuhren wir weiter nach Buinsahra und hatten dort schnell einen kleinen Supermarkt gefunden. Das junge Personal war sehr hilfsbereit. Es gab dort kein Brot zu kaufen, also sprintete einer der Iraner los, um uns eines von irgendwoher zu besorgen. Wieder einmal durften wir nicht alles bezahlen. 

Als wir etwas später eine Kaffeepause machten, kamen wir mit einem LKW-Fahrer ins Gespräch, der uns gleich zu sich nach Hause einlud. Dies mussten wir aus Zeitgründen ablehnen. Des Weiteren erzählte er uns, dass Bayern 4:0 gegen Dortmund im Fußball gewonnen hatte. Unglaublich, was man hier so zu hören bekommt. 

Wie findet Ihr den Iran?

Eine Frage kommt bei fast allen Gesprächen auf: „Wie findet ihr den Iran und die Menschen hier?“.
Unsere Antwort hierzu: „In den meisten Medien wird der Iran oft als schwieriges Land dargestellt. In Deutschland wissen interessierte Bürger aber durchaus von den guten Beziehungen zum Iran. Wir beide machen uns unser eigenes Bild vom Iran, den Menschen und dem Land.“.
Und wir müssen sagen, wir fühlen uns rundherum wohl und sicher im Iran.

Gastfreundlich, sicher, erlebnisreich!

– so erleben wir den Iran

Von der Gastfreundschaft können wir noch viel lernen. Einzig das Umweltbewusstsein fehlt, überall liegt Plastikmüll. Auch im Freizeitpark von Saveh, wo wir unseren Stellplatz für die Nacht gefunden haben. Dachten wir zumindest. Gerade als wir ins Bett gehen wollten, bekamen wir Besuch eines iranischen Paares. Diese machte uns klar, dass wir hier nicht sicher stehen würden und zeigten uns einen sicheren Stellplatz rund eineinhalb Kilometer entfernt. 

Männer verboten

Nach einer ruhigen Nacht folgte eine Überraschung am Morgen. Wir standen direkt vor einem “Only Womens Park und Fitnessarena” mit einem Schild “Männer verboten”. Und nach und nach kamen an die 70 Frauen, von denen uns die meistens begrüßten. Die iranische Chefin der Anlage begrüßte uns mit gutem Englisch und Handschlag. Frauen dürfen im Iran den Männern die Hand geben, aber nicht umgekehrt. Nach einem interessanten Gespräch und vielen Fotos ging es für uns auf den Weg nach Kashan.

Unterwegs wurden wir Zeugen einer Schafschlachtung auf offener Straße. Das mussten wir uns näher anschauen. Im Iran ist es ganz normal, dass Tiere auf offener Straße geschlachtet werden. Bei uns ist das undenkbar. Wir führen weiter und fanden nach einer Weile mitten in Kashan einen schönen Stellplatz. Die Stadt liegt am Nordrand des Kuhrud-Gebirges am Rande der zentraliranischen Wüste und ist ein Touristen Hotspot des Irans.

In Kashan trafen wir auf Besucher aus der ganzen Welt, aus Korea, Ungarn, Japan, China, Pakistan und und und. Nach der Besichtigung einiger Sehenswürdigkeiten erstanden wir in einer Gallerie ein kleines Portrait für den Kumpel. Auf dem Rückweg bummelten wir über den Basar zurück zum Stellplatz. Dort konnten wir einem kleinen Mädchen mit unserem Stofftier-Schaf eine große Freude machen. So ließen wir den Abend entspannt ausklingen.

Unser erster Unfall

Am Dienstag den 12. November ging es dann weiter über die „Kashan-Maymek-Road“ nach Isfahan. Durch eine wunderschöne, karge Landschaft mit Höhen bis zu 2700m. Wir machten eine kleine Wanderung um ein Video zu machen. Zurück beim Kumpel hielt ein iranischer PKW und fragte uns, ob wir Hilfe benötigen. Wir zeigten ihm unsere Tourstrecke und daraufhin kam ein zweiter Mann, der Fahrer des PKWs zu uns um sich an der Konversation zu beteiligen.

Leider hatte diese die Handbremse seines Fahrzeugs nicht angezogen und so kam, was kommen musste… Sein Auto rollte auf uns zu uns krachte in den Kumpel. Unser erster Unfall auf der Tour. Wir hatten Glück im Unglück. Das Auto erwischte unsere Fahrerseite und nicht die andere Seite mit der Schiebetüre. Die Iraner waren ganz aufgeregt und wollten etwas tun. Nachdem sich alle beruhigt hatten fuhr jeder wieder seiner Wege.

Wir machten halt an einem kleinen Landmarkt und kauften Radieschen, Minzblätter und Peperoni zum Preis von 20.000 Rial. Der Händler konnte unseren 100.000 Rial-Schein (rund 70 Cent) nicht wechseln und so schenkte er uns die Ware einfach. Unglaublich. Nach 100km und fünf Stunden erreichten wir gegen 15 Uhr Isfahan. Wir fanden einen großen, bewachten Parkplatz hinter Mauern. Nach einiger Konversation in deutsch, englisch und iranisch erhielten wir die Genehmigung zum Übernachten.

Die Perle des Orients

Noch ein kurzer Kaffee und dann fuhren wir mit dem Taxi in die Innenstadt von Isfahan. Am Basar haben wir unsere City-Tour gestartet. Weiter ging es zum „Naqsho Jahan Square“, an dem einige Sehenswürdigkeiten nah beieinander stehen: Die Masged-e Eman, der Palast Ali Qapü (Hohe Porte) und die Freitagsmoschee. Rings um den Platz sind viele kleine Gassen mit Basaren. Zu Fuß ging es dann weiter zur Siosepol Bridge und zur Khaju-Brücke mit ihren 33 Bögen. Die ganze Pracht Isfahans entstand in den Jahren 1598 bis 1722. Die Stadt wir auch als Perle des Orients bezeichnet.

Wir sind wirklich begeistert vom Iran und von seinen Menschen
und werden weiter berichten…

Bis bald

Euer Carsten und Euer Manni

7. November, nächstes Etappenziel: IRAN
Wir starten um 8:00 Uhr zur türkisch-iranischen Grenze. Nicht ohne vorher unseren “Kumpel” noch ordentlich mit Diesel zu versorgen. Wie es im Iran mit unserem Dieselfahrzeug läuft, werden wir herausfinden…